Der Ölkonzern Chevron hat aufgrund eines Vier-Jahres-Tiefs bei der Produktion deutlich weniger verdient. Der Gewinn sackte im dritten Quartal um fast ein Drittel zum entsprechenden Vorjahreszeitraum auf 5,3 Milliarden US-Dollar ab, teilte das Unternehmen mit.

Auch die Konkurrenten ExxonMobil und ConocoPhillips hatten im dritten Quartal weniger verdient. Chevron-Titel gaben an der New Yorker Börse zuletzt um 1,03 Prozent auf 110,3 Dollar nach. Analysten hatten einen Gewinn von 7,8 Milliarden Dollar ähnlich wie vor einem Jahr erwartet. Der Umsatz des nach Marktvolumen zweitgrössten US-Ölkonzerns betrug 56 Milliarden Dollar und gab damit um rund neun Prozent nach.

Die Öl- und Gasproduktion sank bereits das siebte Quartal in Folge auf den niedrigsten Wert seit im Jahr 2008 Hurrikan «Isaac« über dem Golf von Mexiko gewütet und die Ölförderung stark eingeschränkt hatte. Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen wieder eine höhere Produktion.

Der Bereich Exploration und Förderung (Upstream) musste im Vergleich zum Vorquartal auch wegen negativer Währungseffekte in Höhe von 450 Millionen Dollar beim Gewinn Federn lassen: Insgesamt schrumpften die Einnahmen um über eine Milliarde Dollar auf 5,1 Milliarden Dollar. Noch schlimmer traf es das Verarbeitungs- und Vertriebsgeschäft (Downstream), bei dem der Gewinn um fast zwei Drittel wegbrach - international sogar um fast 82 Prozent. 

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Das Wohl der Energiekonzerne ist eng an die Entwicklung der Rohstoffpreise gekoppelt. In Boomjahren verdienen sie deshalb prächtig, sinkt der Preis jedoch, gehen auch die Gewinne zurück. Die Preise für Gas sanken im dritten Quartal alleine um 29 Prozent auf 2,8 Dollar pro British Thermal Unit (Btu). Für diesen Preisverfall in den USA wird vor allem die unkonventionelle Förderung von Gas im grossen Stil verantwortlich gemacht.

(muv/awp)