Der Ölpreisverfall bringt den US-Branchenriesen Chevron weiter unter Druck. Im dritten Quartal schrumpfte der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert von 5,6 Milliarden auf 2,0 Milliarden Dollar zusammen, wie der gemessen am Börsenwert zweitgrösste US-Ölkonzern am Freitag mitteilte.

Der Umsatz sank um 37 Prozent auf 34,3 Milliarden Dollar. Als Reaktion auf den anhaltend niedrigen Ölpreis will Chevron weitere 6000 bis 7000 Stellen streichen und seine Investitionen zurückfahren. Damit verringere sich die Mitarbeiterzahl um rund zehn Prozent, teilte Chevron mit. Schon im Juli hatte der Konzern angekündigt, 1500 Jobs zu streichen.

Weitere Einschnitte

Die Investitionen im kommenden Jahr sollen zudem um 25 Prozent auf höchstens 28 Milliarden Dollar gekürzt werden. Für die Jahre 2017 und 2018 seien weitere Kürzungen vorgesehen, dann würden sich die Investitionen zwischen 20 und 24 Milliarden Dollar bewegen, erklärte Konzernchef John Watson.

Der Ölpreisverfall liess Umsatz und Gewinn im dritten Quartal weiter schrumpfen. Der Gewinn verringerte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 63,6 Prozent auf 2,0 Milliarden Dollar.

Mit dem Geschäft der Erschliessung und Förderung von Erdöl konnte Chevron kaum noch Profit machen: Nach 4,65 Milliarden im Vorjahresgewinn blieben im dritten Quartal 2015 nur noch 59 Millionen Dollar. Für einen Gewinn von 2,21 Mrd. Dollar sorgte dagegen das Geschäft mit der Weiterverarbeitung.

Gewinneinbruch auch bei ExxonMobil

Einen Einbruch im dritten Quartal vermeldete auch der US-Energiekonzern ExxonMobil. Der Nettogewinn schrumpfte um 47,5 Prozent auf 4,24 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte. Dies ist nach dem Gewinn im zweiten Quartal (4,2 Milliarden Dollar) eins der schwächsten Ergebnisse seit 2009. Der Umsatz ging um 37 Prozent auf 67,34 Milliarden Dollar zurück.

Die Ölindustrie leidet seit geraumer Zeit unter dem Verfall des Rohölpreises. Während der Preis für ein Fass vor etwa 18 Monaten noch bei etwa 100 Dollar lag, ist er inzwischen unter die 50-Dollar-Marke gefallen. Viele Ölkonzerne verzichten deshalb auf Projekte, streichen ihre Investitionen zusammen oder versuchen, sich neu aufzustellen.

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(sda/dbe)