Der britische Ölkonzern BP ist wegen milliardenschwerer Entschädigungszahlungen für Schäden bei der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon« tief in die Verlustzone gerutscht. Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Verlust von 5,8 Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Franken), nach einem Gewinn von 3,4 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor, wie der Konzern mitteilte.

Anfang Juli hatte sich BP mit US-Behörden auf die Zahlung von maximal 18,7 Milliarden Dollar als Entschädigung für Schäden bei der Explosion der Ölplattform geeinigt. Die Zahlung soll auf 18 Jahre gestreckt werden. Damit zahlt BP wegen der Explosion der Bohrinsel «Deepwater Horizon« insgesamt 54,6 Milliarden Dollar an Entschädigungen.

Auch tiefe Ölpreise belasten

Weiter schmälerte der niedrige Ölpreis das Ergebnis. Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten sank im Jahresvergleich von 3,6 auf 1,3 Milliarden Dollar und damit stärker als von Analysten erwartet. Neben dem Preisrückgang beim Öl machte BP auch die starke Abwertung des Rubels zu schaffen. Dies führte zu einem Gewinneinbruch beim Rosneft-Anteil. BP hält fast einen Fünftel am grössten russischen Ölproduzenten.

Im Jahresvergleich stehen die Ölpreise weiterhin kräftig unter Druck. Konzernchef Bob Dudley wappnet den Konzern für eine längere Periode niedriger Preise. Er kappt deshalb die Investitionen und verkauft Unternehmensteile in Milliardenhöhe.

(sda/mbü)