Wer heute intelligent baut, kann den Klimawandel verursachenden CO2-Ausstoss verringern, ohne auf Lebensqualität verzichten zu müssen. Das ist die Kernaussage des diesjährigen Forums der Allianz der Bauindustrie-Organisationen, der in Zürich unter der Leitung von Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung», stattfand. Zuvor müssen allerdings noch gewichtige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

«Ohne CO2 bauen, das wollen alle - mit der Zahlungsbereitschaft hapert es dagegen», spricht Hansjürg Leibundgut, Professor für Gebäudetechnik an der ETH Zürich, ein zentrales Problem an: Saubere Technologien kosten heute immer noch mehr als konventionelle. Deshalb fordert Ronald Schlegel, CEO von Cofely, sowohl von der Baubranche als auch von Kunden Visionen und Pioniergeist. Heutige Investitionen in Nachhaltigkeit würden sich morgen auszahlen, sagt er. Eine Erklärung dafür hat Bernd Utz parat, Verantwortlicher für erneuerbare Energien bei Siemens: «Mit der höheren Marktdurchdringung sinken die Kosten einer Technologie.» Der Experte sagt dem elektrischen Strom in der Zukunft eine höhere Bedeutung als heute voraus.

Daniele Ganser, Dozent am Historischen Seminar der Universität Basel, hält es für möglich, dass der Erdölpreis in den kommenden Jahren auf über 200 Dollar pro Fass ansteigt. «Ein konstant hoher Ölpreis schafft klare Anreize für energieeffizientes Bauen und technologische Innovation», sagt Jan-Egbert Sturm, Leiter der Konjunkturforschungsstelle an der ETH Zürich. Der Innovations- und Wissensstandort Schweiz müsse mit gutem Beispiel vorangehen, sind sich die Podiumsteilnehmer einig. Die Meinung, dass es zusätzlich zur Zusammenarbeit zwischen Grossunternehmen und KMU Spinner und Realisten in der Politik brauche, vertritt der Basler Architekt Heinrich Degelo: «Spinner sind das Gaspedal, Realisten die Bremsen. Ohne die beiden kommt man nicht weit.»

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