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Ölpreis-Sturz: Folgt eine Megafusion in der Branche?

Shell-Tankstelle: Ölkonzern erwägt gewichtigen Zusammenschluss. Keystone

Shell und BG Group verhandeln über einen Zusammenschluss, wie der britische Gasproduzent bestätigt. Es wäre die erste grosse Fusion seit mehr als zehn Jahren. Auch damals drückte der niedrige Ölpreis.

Veröffentlicht am 08.04.2015

Die Öl- und Gasbranche steht möglicherweise vor einer Megafusion. Der Energiekonzern Royal Dutch Shell und der britische Gasproduzent BG Group verhandeln über einen Zusammenschluss, wie die BG Group am Dienstagabend bestätigte.

Eine Übernahme von BG durch den Energieriesen Shell wäre die erste Megafusion in der Branche seit mehr als zehn Jahren. Die Gespräche befänden sich in einem fortgeschrittenen Stadium, erklärte BG und bestätigte damit einen Bericht des «Wall Street Journal». Allerdings könne noch keine Aussage darüber getroffen werden, ob es am Ende tatsächlich zu einem Angebot des Branchenriesen kommen werde. Shell müsse bis zum 5. Mai erklären, ob es ein Angebot unterbreiten wolle oder nicht, erklärte BG weiter.

Öl-Preiseinbruch könnte Fusionen beschleunigen

Das Marktumfeld ist wegen des Öl-Preiseinbruchs in einer ähnlichen Verfassung wie zu Beginn der 2000er Jahre, als es zu zahlreichen Megafusionen in der Branche gekommen war. Wegen des Schiefergasbooms in den USA und der Entscheidung Saudi-Arabiens, die Fördermenge nicht zu drosseln, haben sich die Rohölpreise seit vergangenem Sommer halbiert.

In einem ähnlich schwierigen wirtschaftlichen Umfeld war es vor einem Jahrzehnt zu den Übernahmen von Amoco und Arco durch BP gekommen, Exxon hatte Mobil übernommen und Chevron hatte sich mit Texaco zusammengeschlossen.

BG seit Monaten unter Druck

BG steht seit Monaten unter Druck: Schwindende Gasreserven in Ägypten und die niedrigen Ölpreise bereiten dem Unternehmen Probleme. Wegen des Ölpreis-Verfalls hatte die Firma im vergangenen Jahr seine Gas-Leitungen in Australien verkauft. Das Unternehmen hat sich ambitionierte Wachstumsziele gesetzt. Es betreibt zahlreiche milliardenschwere Projekte in Brasilien, Ostafrika, Australien, Kasachstan und Ägypten.

Das britische Unternehmen wird mit rund 42,5 Milliarden Euro bewertet, Shell bringt eine Marktkapitalisierung von 186,5 Milliarden Euro auf die Waage. Ein Zusammenschluss würde den Abstand von Shell zum Branchenprimus ExxonMobil verringern, der mit gut 330 Milliarden Euro bewertet wird.

(sda/me)
 

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