Der Industriekonzern OC Oerlikon prüft «strategische Optionen» für das Segment Vakuum, wie das Unternehmen mitteilte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei es jedoch zu früh, um Aussagen zu Optionen oder Entscheidungen zu machen.

Mit der Mitteilung reagierte Oerlikon auf Gerüchte zu einem geplanten Verkauf des Geschäfts mit Vakuumpumpen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte mit Berufung auf Insider berichtet, das Unternehmen habe die Deutsche Bank mit der Suche nach einem Käufer beauftragt.

Bis 400 Millionen Kaufpreis

Der Geschäftsbereich, der Vakuum-Technologie für Kühlschränke oder die Beschichtung von Mikrochips liefert, könnte laut Reuters bei einer Veräusserung mit 350 bis 400 Millionen Franken bewertet werden. An der Börse legte die Oerlikon-Aktie am Dienstag zu und notierte gut drei Prozent im Plus bei 11,75 Franken.

Oerlikon befindet sich im Umbau. Der vom russischen Industriellen Viktor Vekselberg kontrollierte Konzern hat im vergangenen Jahr von Sulzer den Bereich Metco übernommen. Das Beschichtungsgeschäft ist damit nun der umsatzstärkste Bereich.

Vakuum-Geschäfts kleinste Sparte

Mit einem Umsatz von 390 Millionen Franken und einem operativen Ergebnis (Ebitda) von 41 Millionen Franken ist Vacuum die kleinste der vier Oerlikon-Divisionen. Mögliche Käufer für die Sparte sind den Insidern zufolge Konkurrenten wie MKS Instruments oder Edwards Vacuum. Die deutsche Pfeiffer Vacuum dürfte aus wettbewerbsrechtlichen Gründen dagegen kaum in Frage kommen. Auch Finanzinvestoren dürften an der Auktion teilnehmen.

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Die Hauptmarke von Vacuum ist Leybold. Dabei handelt es sich um ein Geschäft, das Oerlikon 1994 von der deutschen Degussa gekauft hatte. Nach der Verschmelzung mit der eigenen Tochter Balzers entstand einer der weltgrössten Vakuum-Technologie-Anbieter.

(sda/chb)