Im Fall der Millionenklagen deutscher Prominenter gegen ehemalige Mitarbeiter der Privatbank J. Safra Sarasin hat es offenbar die erste Festnahme gegeben. Das berichtet die deutsche Wirtschaftszeitung «Handelsblatt». Demnach handelt es sich um «einen ehemaligen ranghohen Mitarbeiter von Safra Sarasin, der die Bank im März verlassen und anschliessend bei der Konkurrenz von Julius Bär in Zürich angeheuert hatte».

Seit die Ermittler ihn festnahmen, arbeitet er dem Bericht zufolge jedoch auch dort nicht mehr. Laut Informationen von handelszeitung.ch soll es sich bei der Person gar um den «Head of Legal & Compliance» der Basler Privatbank handeln. 

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Zürich sagte dem «Handelblatt» lediglich, sie wolle zu «Zwangsmassnahmen gegen einzelne Personen» mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht Stellung nehmen. Julius Bär erklärte laut Bericht, dass der betreffende Mitarbeiter die Bank verlassen musste «wegen einer Angelegenheit, die nichts mit Julius Bär zu tun hat.» Safra Sarasin wollte demnach keine Angaben machen.

Deutsche Prominente fühlen sich betrogen

Der deutsche Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer und der Drogeriekönig Erwin Müller klagen gegen Mitarbeiter der früheren Bank Sarasin, die heute unter dem Namen J. Safra Sarasin auftritt. Die beiden fühlen sich getäuscht und falsch beraten, weil die die ehemalige Bank Sarasin ihnen Investments in steueroptimierte Produkte empfohlen hatte, die in Deutschland unter dem Verdacht der Steuerhinterziehung stehen.

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Im Gespräch mit handelszeitung.ch hatte Maschmeyer betont, nicht gewusst zu haben, «dass die Bank das Geld für Steuertricks eingesetzt hat.» Im Gegenteil: «Die Investition wurde mir als konservative Aktienanlage angepriesen, die sich x-fach bewährt habe», sagte der AWD-Gründer.

(moh/chb/vst)