Durch defekte Zündschlösser in Autos des US-Konzerns General Motors sind möglicherweise deutlich mehr als die bislang genannten 13 Menschen gestorben. Eine Reuters-Auswertung von offiziellen Unfalldaten ergab, dass mindestens 74 Menschen in Fahrzeugen von GM bei Unfällen mit einem ähnlichen Ablauf ums Leben kamen. Allerdings ist nicht nachgewiesen, dass diese Unfälle tatsächlich im Zusammenhang mit einem fehlerhaften Zündschloss standen. Möglicherweise funktionierte bei den Vorfällen der Airbag auch aus einem anderen Grund nicht.

Vor einer Woche hatte bereits die US-Verkehrsaufsicht mitgeteilt, dass wahrscheinlich mehr als die bislang genannten 13 Menschen durch die defekten Schlösser gestorben seien. Verbraucherschützer sprechen seit Monaten von bis zu 300 Todesopfern in Folge des Defekts.

GM steht eine Klagewelle ins Haus

Die Opel-Mutter hatte im Februar rund 2,6 Millionen Autos wegen des Problems in die Werkstätten zurückgerufen. Dabei hatten GM-Ingenieure schon vor 13 Jahren festgestellt, dass es fehlerhafte Zündungen gibt. Bei den Autos kann die Zündung auch bei hohem Tempo unvermittelt in einen Modus springen, bei dem sich Motor und elektrische Systeme abschalten. Auch die Airbags funktionieren dann nicht mehr. Inzwischen ermitteln mehrere US-Behörden gegen GM. Der Opel-Mutter steht zudem eine Klagewelle ins Haus.

(reuters/me/sim)