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Offene Welten sind gefragt

Mobilkommunikation-Standards: Für die Weiterentwicklung der Mobiltelefonie sind anbieter- und plattformunabhängige Standards unabdingbar.

Von Heikki Tarvainen
am 26.11.2002

Offene Welten sind gefragt

Mobilkommunikation-Standards Für die Weiterentwicklung der Mobiltelefonie sind anbieter- und plattformunabhängige Standards unabdingbar. Der Softwareumgebung kommt dabei eine grosse Bedeutung zu.

Anwender sollen neue mobile Angebote wie etwa Multimedia Messaging Service (MMS) oder Mobile Java breit abgestützt nutzen können. Eine Allianz weltweit führender Anbieter zielt darauf ab, mit offenen Standards und Programmierungsschnittstellen einen freien Markt für mobile Dienste und Software zu schaffen. Um eine reibungslose Markteinführung von MMS sicherzustellen, haben sie sich im 3GPP-Konsortium (3rd Generation Partnership Project) zusammengeschlossen. Mit dieser Initiative werden die verschiedenen Hersteller der Branche sowie auch Entwickler dabei unterstützt, ihre Produkte und Dienste kompatibel zu gestalten. Endanwender können so aufeinander abgestimmte Dienste nutzen. MMS-Nachrichten sollen nicht nur von Mobiltelefon zu Mobiltelefon, sondern auch vom Handy an die E-Mail-Adresse eines Computers übertragbar sein und umgekehrt.

Laut Prognose von Nokia wird das Mobiltelefon im Jahr 2006 zu 35% der Nutzung mobiler Services dienen, also fünfmal mehr als 2001. Der globale Mobiltelefonmarkt wird demnach von 385 Mrd Euro im Jahr 2001 auf 810 Mrd Euro im Jahr 2006 steigen, wobei 280 Mrd Euro (35%) auf mobile Services und 530 Mrd Euro (65%) auf die Sprachübertragung entfallen werden. Bei den mobilen Services wird Messaging 14%, Infotainment 9%, Business Services 4% und Transaction Services 2% ausmachen.

Das anhaltende Wachstum mobiler Dienste fördert das Engagement von unabhängigen Entwicklern und IT-Unternehmen, Innovationen auf den Markt zu bringen. Dank einheitlichen Programmierschnittstellen kann die Einführung mobiler Software und Dienste vorangetrieben und -eine Reihe von Internetanwendungen im mobilen Umfeld nutzbar gemacht werden. Java ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Besitzer von Java-fähigen Mobiltelefonen können ihr Gerät auf ihre individuellen Bedürfnisse abstimmen, indem sie etwa Kalenderfunktionen, Stadtpläne oder Übersetzungsprogramme herunterladen und bei Bedarf auf dem Gerät speichern. Programmiersprache und Software-Plattform in einem, kommt bei mobilen Endgeräten die neu entwickelte Java 2 Micro Edition (J2ME) zum Einsatz. Insbesondere für die jüngere Generation eröffnen sich damit vielfältige Möglichkeiten. Nebst interaktiven Spielen lassen sich auch dynamische Anwendungen wie Bildschirmschoner, animierte Symbole oder Klingeltöne über Web- oder WAP-Schnittstellen herunterladen. Damit lassen sich Aussehen und Stil des Handys nach dem persönlichen Geschmack gestalten.

Während die Nachfrage nach mobilen Diensten und Endgeräten über den Nutzen für den Anwender gesteuert wird, bilden offene Standards die Basis für ein breites Angebot an konkurrenzfähigen Diensten und Produkten. Um den individuellen Anwenderbedürfnissen besser gerecht zu werden, gaben im Juni dieses Jahres fast 200 der führenden Anbieter von mobilen Endgeräten, Diensten und Netzen sowie Mobilfunknetzbetreiber, Service Provider und IT-Unternehmen die Gründung einer neuen globalen Organisation bekannt, der so genannten Open Mobile Alliance (OMA). Zum ersten Mal verfolgen Vertreter aus allen Sparten der Mobilfunkbranche das gemeinsame Ziel, die neue Wachstumsära durch Transparenz, Interoperabilität und ein viele Hersteller umfassendes funktionierendes Gesamtsystem voranzutreiben.

Die neue Branchenallianz OMA bringt sowohl die bisherige Open-Mobile-Architecture-Initiative als auch die führenden Branchenstandardisierungsforen im Bereich mobiler Dienste zusammen.

Heikki Tarvainen ist Geschäftsführer Nokia Mobile Phones Schweiz und Österreich, Zürich/Wien.


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