Der Lausanner Stromkonzern Alpiq – im Mehrheitsbesitz der Kantone – optimiert seine Steuern über ein Offshore-Konstrukt auf der britischen Kanalinsel Jersey. Dies schreibt die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe. So gewährte die Jersey-Gesellschaft Alpiq Finance Limited im Geschäftsjahr 2012 indirekt über eine Luxemburger Holding Kredite von über 900 Millionen Euro.

Diese gingen an Alpiq-Tochtergesellschaften in Hochsteuerländern wie Italien und Frankreich. Die Zinserträge aus den Konzernkrediten fallen auf der britischen Kroninsel steuerfrei an.

Alpiq betont, man habe sich jederzeit an die geltenden Gesetze und an die  Steuerpraxis im In- und Ausland gehalten. Zudem habe der Stromkonzern seine Auslandaktivitäten redimensioniert. «Entsprechend nahm die Bedeutung der Aktivitäten in Jersey und Luxemburg in den letzten Jahren wesentlich ab.»

«Konstrukte entziehen dem Staat Steuersubstrat»

In Bern sorgt das Offshore-Konstrukt für Stirnrunzeln. «Im Falle von Alpiq kann diese Steueroptimierung nicht im Interesse der Steuerzahler sein, die gleichzeitig Eigentümer des Unternehmens sind», sagt der grünliberale Nationalrat Beat Flach. BDP-Präsident Martin Landolt meint, dass es bei staatsnahen Firmen wie Alpiq nicht die gleiche Notwendigkeit gebe, über Offshore-Firmen Steuern zuoptimieren wie bei privaten.

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Und Susanne Leutenegger-Oberholzer fordert gar, dass die Politik Offshore-Gesellschaften von staatsnahen Unternehmen wie Alpiq untersage. «Solche Konstrukte sind unsolidarisch und nicht im Interesse der Steuerzahler, weil sie dem Staat Steuersubstrat entziehen», findet die SP-Nationalrätin.

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