Schon bei seiner Begrüssungsrede machte Regierungsrat Urs Hofmann klar: «Das Zeitalter der fossilen Energie neigt sich dem Ende zu. Die Sicherstellung der Stromversorgung wird sich somit noch zuspitzen.» Gleichzeitig erinnerte er an die Bedeutung des Energiekantons Aargau: «Drei der fünf Schweizer Atomkraftwerke stehen auf Aargauer Boden ». Rudolf Dellenbach, Direktionspräsident der Aargauischen Kantonalbank, verkündete stolz, dass der Aargauer Management Roundtable zur Tradition geworden ist und die Ausgabe 2009 bereits vor den Sommerferien ausverkauft war. In seiner Rede strich er heraus: «Dem Kanton Aargau geht die Energie nicht so schnell aus.» Als Nächster äusserte sich Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung» und Gesprächsleiter der Podiumsdiskussion, zur Thematik. Er tat dies mit folgenden Worten: «Ohne Energie läuft bei uns gar nichts, es handelt sich um ein Thema von hoher gesellschaftlicher und politischer Brisanz, das mitunter bis zu ökologischen Glaubenskriegen führen kann.»

Peter Scholl-Latour, Journalist und Publizist, war in diesem Zusammenhang genau der richtige Referent. Als wichtiger Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts und profunder Kenner der Weltpolitik vermittelte er die globale Sicht der Energieproblematik: «Die Energiepolitik ist in ständiger Wandlung, heutzutage findet eine Beschleunigung der Technologie auf allen Gebieten statt.» Soeben zurück aus Kirgistan, zeigte Scholl-Latour auf, dass viele der heutigen Konfliktherde im Zusammenhang mit der Energieversorgung stehen. «Der Sudan wie auch Osttimor verfügen über bedeutende Erdölreserven, was diese Regionen schon seit Jahren destabilisiert. Und in Afghanistan, dem Kaukasus und in Zentralasien sind viele Spannungen auf den geplanten Bau der Erdgas- und Erdölpipelines zurückzuführen.»

Schliesslich zeichnete Heinz Karrer, CEO der Axpo, ein detaillertes Bild der Stromversorgung der Schweiz. Er hob hervor, dass verschiedene Optionen bestehen, aber: «Die wichtigste Option ist für mich die Investition in Energieeffizienz und Energiesparmassnahmen. Die erneuerbare Energie besitzt zwar ein grosses Potenzial, steckt aber oft noch in den Kinderschuhen.» Gleichzeitig verdeutlichte er, dass die Schweiz kaum um den Bau von neuen Atomkraftwerken herumkommt, wenn sie für die Zukunft eine gesicherte Stromversorgung will.

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