Die Olma Messen in St. Gallen haben 2012 das zweitbeste Jahresergebnis ihrer Geschichte erzielt: Bei einem Umsatz von 29,7 Millionen resultierte ein Cashflow von 8,8 Millionen Franken - in einem Jahr ohne eidgenössischen Grossanlass und Brustkrebskongress.

Das beste Ergebnis aller Zeiten erreichte die Genossenschaft Olma Messen 2011; damals fanden das eidgenössische Musikfest in der Stadt St. Gallen und auf dem Olma-Areal und der internationale Brustkrebskongress in den Olma-Hallen statt, wie Olma-Direktor Nicolo Paganini am Mittwoch an der Bilanzmedienkonferenz sagte.

Das Ergebnis 2012, das fast an das Rekordjahr (-800'000 Fr. Umsatz) anschliessen konnte, resultierte ohne diese beiden Grossanlässe. Der Veranstaltungskalender der Olma Messen umfasste im vergangenen Jahr neun Eigen- und vier Gastmessen sowie 100 Veranstaltungen wie Kongresse, Versammlungen oder Konzerte, wie Paganini ausführte.

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Insgesamt wurden 2012 in den Hallen und auf dem Gelände der Olma Messen knapp 770'000 Besucherinnen und Besucher gezählt; das waren knapp 40'000 Personen weniger als im Jahr zuvor. Ende 2012 beschäftigte die Genossenschaft 73 festangestellte Mitarbeitende. An Messen und Veranstaltungen kommen gegen 200 Aushilfen hinzu.

CC6 ist blockiert

Die Olma Messen möchten auf dem Areal der abgebrannten Halle 7 das Conference Center 6 (CC6) errichten. Das Projekt mit einem Hotel ist beim Verwaltungsgericht des Kantons St. Gallen hängig. Paganini rechnet noch im ersten Semster dieses Jahres mit einem Entscheid.

Das Baudepartement des Kantons St. Gallen hatte einen Rekurs gegen den Gestaltungsplan gutgeheissen. Daraufhin rekurrierten die Olma Messen und die Stadt St. Gallen beim Verwaltungsgericht. Laut Nicolo Paganini ist nicht ausgeschlossen, dass der Rechtsstreit vor dem Bundesgericht enden wird. Gegenwärtig liegt CC6 auf Eis.

Brustkrebskongress

In der vergangenen Woche fand in den Olma-Hallen der internationale Brustkrebskongress mit mehreren tausend Fachleuten aus der ganzen Welt statt. In zwei Jahren wird der Kongress erstmals in Wien ausgetragen. «Unsere Infrastruktur war wie immer einwandfrei», sagte Paganini, «was in St. Gallen fehlt, sind Hotelbetten».

Sowohl der Olma-Direktor als auch Olma-Verwaltungsratspräsident und Stadtpräsident Thomas Scheitlin schliessen nicht aus, dass der Kongress 2017 wieder nach St. Gallen zurückkehren wird. Der Kongress sei für St. Gallen eine Referenz, für die Genosschenschaft Olma-Messen ist er laut Paganini von "substanzieller Bedeutung".

Keine «gsund&fit»

Neben dem Wegzug des Brustkrebskongresses sei der Ausfall der Messe «gsund&fit», die Anfang dieses Jahres erstmals hätte stattfinden sollen, ein Wermutstropfen. Die Olma Messen und eine Agentur, die für die neue Messe "gsund&fit" Sponsoren akquirierte, wurden Opfer eines Hochstaplers, der gefälschte Sponsorenverträge vorlegte.

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Der finanzielle Ausfall sei in der Rechnung 2012 berücksichtigt, sagte Paganini. Mit der betroffenen Agentur sei man auf gütlichem Weg daran, die Schadensregelung zu klären. Die «gsund&fit» oder eine andere, gleich gelagerte Messe werde aber nicht durchgeführt.

(tke/sda)