Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch entdeckt das Internet als Vertriebskanal: Zeitmesser der umsatzmässig wichtigsten Konzernmarke Omega gibt es nun auch via Mausklick, wie das Unternehmen in einem Communiqué schreibt. Die Online-Offensive beschränkt sich derzeit allerdings nur auf die USA. Weitere Länder sollen folgen.

Es ist ein Meilenstein in der Geschichte von Omega. Die Uhrenmarke war schon auf dem Mond, aber noch nie offiziell in einem Online-Store. Zu gross war die Angst, die Marke zu profanisieren oder den stationären Handel zu kannibalisieren.

Lukratives Online-Business

Diese Zeiten sind vorbei. Richemont hat mit dem Online-Portal Net-A-Porter bewiesen, dass es durchaus lukrativ ist, Luxusware online zu verkaufen. Und der chinesische Online-Gigant Alibaba feiert Rekordumsätze dank einem virtuellen Luxus-Einkaufscenter.

Mittlerweile ist allen Herstellern von Luxusartikeln klar: Online ist eine Ergänzung von Offline. Das brachte auch Swatch-Chef Nick Hayek im jüngsten Interview mit der «NZZ am Sonntag» klar zum Ausdruck. «Der Online-Handel kannibalisiert unsere stationären Geschäfte nicht. Im Gegenteil, er stimuliert.»

Neubau in Biel

Die Omega-Online-Offensive kommt zwei Wochen, nachdem Omega die neue Fabrik eingeweiht hat. Der Bau erstreckt sich in der Länge auf 70 Meter, ist 30 Meter breit und 30 Meter hoch. Zur Einweihung reiste Bundesrat Johann Schneider-Ammann an.

Omega produziert seit 135 Jahren im Raum Biel. 150 Millionen Franken hat die Swatch-Tochter in den Neubau investiert, sagte Omega-Präsident Raynald Aeschlimann Anfang November. Die Investition sei nötig gewesen, weil man «in den eigenen Boutiquen seit zwölf Monaten eine Steigerung im zweistelligen Bereich» verzeichnet habe.

(ise)

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