Mit unseren intensiven Anstrengungen zur Realisierung eines umfassenden und integralen Sicherheitskonzepts für alle Omnibusmarken des Konzerns wollen wir die Weichen für die Mobilität der Zukunft stellen», betont Michael Göpfarth, Leiter Mercedes-Benz Omnibusse im Konzerngeschäftsfeld Daimler Buses. Damit sieht Göpfarth den Konzern in der Verantwortung gegenüber seinen Kunden, der Gesellschaft und der Umwelt. Nach Darstellung des Mercedes-Benz-Managers wird der Omnibus der Zukunft von den Faktoren Wirtschaftlichkeit, Leistungsfähigkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit sowie ei-nem hinsichtlich Kundenerwartungen massgeschneiderten, individuellen Stil in der Ausstattung geprägt sein.

Die neue Generation des Reisebusses Travego, der seit 1999 das Mercedes-Benz-Flaggschiff im Markt ist, lanciert mit Active Brake Assist (ABA) und Front Collision Guard (FCG) neue Möglichkeiten in aktiver und passiver Sicherheit. Doch gemäss der Aussage Göpfarths besteht Sicherheit bei Mercedes-Benz Omnibussen nicht aus Einzelmassnahmen, sondern aus einem integralen Konzept, das sich aus einer Vielzahl von Bausteinen zusammensetzt. Im Zentrum aller Entw icklung der Sicherheitsansprüche stehen Ausstattungen mit dem Ziel, die aktive und passive Sicherheit der beiden EvoBus-Marken, Mercedes-Benz und Setra, fortlaufend zu steigern. So umfasste die Serienausstattung des Travego von Anfang an ein elektronisches Bremssystem (EBS) mit innenbelüfteten Scheibenbremsen an allen Achsen, eine Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und einen verschleissbaren Retarder als Zusatzbremse.

Neue Sicherheitsfeatures

Die Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik brachten im Jahr 2003 die serienmässige Ausstattung aller Reisecars mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP). Diese Fahrdynamik-Regelung reduziert die Schleudergefahren eines Omnibusses erheblich. Ein Sensor errechnet aus dem Einschlagwinkel der Vorderräder, der Geschwindigkeit des Fahrzeugs und seiner Querbeschleunigung die Situation und beugt einer Instabilität vor. Zusammen mit dem ESP wurde auch der Bremsassistent (BA) eingeführt, der aufgrund der Betätigungsgeschwindigkeit des Brems-pedals eine Notbremssituation erkennt und einen deutlich höheren Bremsdruck einleitet. Den nächsten Schritt zur Erhöhung der Sicherheitsniveaus stellte der Abstandsregeltempomat (ART) dar, der den Chauffeur des Cars auf Fernstrassen und Autobahnen erheblich entlastet und ihm die Anpassungsbremsungen weitgehend abnimmt. Der ART erkennt vorausfahrende langsamere Fahrzeuge und bremst den Bus auf einen vom Fahrer vorgewählten Abstand ab, den er dann konstant einhält.

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Schreckensmeldungen von Busunfällen aufgrund plötzlicher Spurwechsel durch Unachtsamkeit verlieren mit dem Spurassis-tenten (SPA) ihre Häufigkeit. Der Spurassistent erkennt mit Hilfe eines Kamerasystems hinter der Windschutzscheibe, wenn das Fahrzeug von der Strasse abzu-kommen droht. Der SPA kontrolliert ständig den Abstand des Cars zu den Spurmarkierungslinien der Fahrbahn. Droht das Fahrzeug diese Linien zu überfahren, wird der Chauffeur durch ein Pulsieren auf der entsprechenden Seite seines Sitzes gewarnt. Das System wird ab einer Geschwindigkeit von 70 km/h aktiv und nur durch das Betätigen des Blinkers ausgeschaltet, beispielsweise zur Einleitung eines gewollten Spurwechsels. Ergänzt wird die Sicherheitsstrategie bei Mercedes-Benz Reisecars durch den Dauerbremslimiter, der 2004 eingeführt worden ist. Er bremst das Fahrzeug über den Retarder ab, wenn die Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bergab überschritten wird.

Die neueste Sicherheitseinrichtung in den Reisebussen der EvoBus ist nun der Active Brake Assist (ABA), der seine Markteinführung im Jahr 2006 im Mercedes-Benz Lastwagen Actros erlebte und sich seitdem in mehr als 350 Mio Praxis-Kiliometern bewährte. Nach der «Feuerprobe» im Fernverkehrseinsatz werden nun also Mercedes-Benz- und Setra-Reisebusse mit dieser Sicherheitsentwicklung bestückt. Der Active Brake Assist erkennt die akute Gefahr eines Auffahrunfalls auf ein langsamer vorausfahrendes Fahrzeug und leitet nach Durchlaufen einer Warnkaskade eine Vollbremsung ein. Zuerst wird der Fahrer durch ein in der Instrumententafel rot aufleuchtendes Dreieck mit dem Umriss eines Fahrzeugs und einem akustisch anschwellenden Ton gewarnt. Verschärft sich die Kollisionsgefahr und der Fahrer reagiert nicht, wird eine Teilbremsung ein-geleitet. Reagiert der Fahrer weiterhin nicht, leitet das System selbstständig eine Vollbremsung mit sanftem Anstieg des Bremsdrucks ein. Zur Alarmierung des nachfolgenden Verkehrs werden während der Teilbremsung die Bremsleuchten und während der Vollbremsung die blinkenden Bremsleuchten eingeschaltet. Kommt der Omnibus zum Stillstand, wird automatisch die Warnblinkanlage eingeschaltet. Der Active Brake Assist kann Unfälle zwar nicht immer verhindern, jedoch die Kollisionsgeschwindigkeit und damit die Schwere von Unfällen erheblich verringern. Die Entwickler versprechen sich von diesem System eine Verringerung der Unfälle mit Todesfolgen. Ausserdem rücken Reisebusse von Mercedes-Benz und Setra der Vision vom unfallfreien Fahren erneut einen Schritt näher.

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Gezielter Energieabbau

Die ebenfalls neue Front Collision Guard (FCG) ist ein weiteres passives Sicherheitsschutzsystem zum Schutz von Fahrzeuglenker und Begleiter bei einem Frontalaufprall. Es besteht aus einem Querprofil, das bei einem Unfall einen Unterfahrschutz bildet und gezielt Energie abbaut.