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Online geht offline: Zalando hat Läden lieb

Zalando-Päckli: Sorgen für einen Millionenumsatz in Berlin. Keystone

Das Online-Geschäft hat Zalando zum Schreien gebracht, nun will der Versandhändler mit der alten Welt kooperieren und baut herkömmliche Geschäfte in seine Strategie ein, auch in der Schweiz.

Von Andreas Güntert
am 30.03.2016

Vor zwei Jahren rief Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer noch: «Geschäfte sind Mittelalter. Sie wurden nur gebaut, weil es kein Internet gab.» Nun will der Online-Modehändler Zalando, der aus der Samwer-Schmiede stammt, mit Läden kooperieren. Dies bestätigt Dominik Rief, Zalando-Länderchef Schweiz und Österreich, gegenüber der «Handelszeitung».

Unter dem Titel «Offline-Integration» plant die Firma, dass stationäre Läden ihre Sortimente bei Zalando einstellen. Oder dass Geschäfte ihre Artikel von Zalando fotografieren und verschicken lassen. «Denkbar ist auch, dass Läden unserer Markenpartner zur Pick-up-Station für Zalando-Bestellungen werden», sagt Rief.

Test in Berlin angelaufen

Ein erster Test ist diese Tage in einem Berliner Einkaufszentrum angelaufen. Technisch sei das Modell auf jedes Land übertragbar, sagt Rief. «Wenn alles gut anläuft, können wir uns vorstellen, das Angebot breiter auszurollen, auch mit Shops in der Schweiz.»

Hiesige Händler und Fachleute sind skeptisch. Sie befürchten, dass sich Zalando die Datenhoheit über die stationären Händler holen könnte. Jörg Weber, Chef der Schweizer Young-Fashion-Kette Chicorée: «Zalando will unser Potenzial anzapfen. Aber das möchte ich lieber selber ausschöpfen.»

Viel Geld

Zalando ist mit einem Umsatz von knapp drei Milliarden Euro einer der wichtigsten Modehändler in Europa. Der Versandhändler erzielt in der Schweiz geschätzte Umsätze von jährlich über 400 Millionen Franken.

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