1. Home
  2. Unternehmen
  3. Online vor Print: Strategiewechsel bei der «Financial Times»

Online vor Print: Strategiewechsel bei der «Financial Times»

«Financial Times»: Die Strategie heisst «Online First». (Bild: Keystone)

Das britische Traditionsblatt «Financial Times» befindet sich in Schräglage. Nun versuchen die Verantwortlichen, die Zeitung wieder auf Kurs zu bringen - und setzen dabei ganz auf das Internet.

Veröffentlicht am 22.01.2013

Auflagen und Gewinn sinken. Die Werber bleiben den Zeitungen fern - die Medienbranche befindet sich in einer schwierigen Phase. Das bekommt jetzt auch der britische Verlag Pearson zu spüren. Kein Wunder also halten sich die Gerüchte, um einen Verkauf des renommierten Wirtschaftsblattes «Financial Times» (FT) hartnäckig. 

Um einen Verkauf der «Financial Times» aber doch noch abwenden zu können, will dessen Herausgeber Lionel Barber der Zeitung jetzt einen fundamentalen Strukturwandel verpassen. Wie der «Guardian» berichtet, will Barber demnach innerhalb der Redaktion eine «Online-First-Strategie» implementieren. Dieser Plan wird dem Blatt laut «Guardian» bis zu 35 Jobs kosten. 

Von der gedruckten zur digitalen Ausgabe

In einem Brief, der dem «Guardian» vorliegt, lässt Barber indes keinen Zweifel daran, den Strategiewechsel mit allen Mitteln durchsetzen zu wollen. Die FT könne seiner Ansicht nach nur dann überleben, wenn sie der steigenden Nachfrage nach Informationen von der gedruckten hin zur digitalen Ausgabe Rechnung trage.

«Wir müssen sicherstellen, dass wir zuerst unsere digitale Plattform mit Inhalt beliefern - und die Printausgabe erst danach.» Darüber hinaus ist Barber «fest dazu entschlossen, die Zukunft der Financial Times zu sichern» und das Unternehmen in ein dauerhaft, finanziell stabiles und inhaltlich hochstehendes Medienhaus zu transformieren.

Der Wandel hin zur «Online-First-Strategie» bedeute laut Barber aber noch lange nicht, dass «guter Journalismus» in Zukunft nicht mehr gefragt sei - im Gegenteil: Die Zeitung müsse «fundierte Recherchen «basierend auf verschiedenen Quellen» vorantreiben - und ein Auge auf die Exklusivmeldung, den «Scoop», haben.

Neue Strategie soll Kosteneinsparungen bringen

Die Kraft, den Strategiewechsel voranzutreiben, bezieht Barber derweil aus seinem Besuch im Silicon Valley vergangenen September. «Unsere Konkurrenten nutzen die neuen Technologien, um das Nachrichtengeschäft mittels Social Media und der Personalisierung für die Leserschaft zu revolutionieren», hält Barber in seinem Schreiben an die Mitarbeiter fest. 

Laut Barbers Kalkulation soll die Zeitung mit dem Strategiewechsel pro Jahr 1,6 Millionen Pfund einsparen. 

(muv/vst)

Anzeige