«Werber müssen keine Angst vor Google haben», so Andreas Schönenberger, Country Manager Schweiz beim Internetriesen Google. Schönenberger diskutierte im Rahmen der Veranstaltungsreihe Mittwoch-Inside im Zürcher Club zum Rennweg mit Martin Spieler, Chefredaktor der «Handelszeitung». Das Ziel der Reihe ist es, Köpfe der Wirtschaft mit führenden Werbern zusammenzubringen. Schönenberger ging auf die Chancen und Herausforderungen ein, die das Internet für die Werbung mit sich bringt. «Online-Werbung ist keine Konkurrenz für andere Plattformen», so Schönenberger. Es gehe Google darum, dass Firmen und Kunden in Kontakt kommen könnten. Werbeagenturen würden langsam die Möglichkeiten des Online-Marketings erkennen. Zurzeit fliessen jedoch erst 2% der Schweizer Werbebudgets in den Online-Bereich, ein verstärktes Wachstum sei abzusehen. In Deutschland liege der Anteil bereits bei 12%, in Grossbritannien bei über 20%. Es sei zentral, dass Offline-Kampagnen durch Online-Angebote unterstützt würden, denn Konsumenten erwarten zu Print- oder Fernsehwerbung weiterführende Informationen.

Seit der Veröffentlichung des Internet-Browsers Chrome sieht sich Google wieder verstärkt Datenschutzbedenken ausgesetzt. «Wir sind an aggregierten, nicht persönlichen Nutzerdaten interessiert», so Schönenberger. Diese Daten würden es erlauben, das Angebot an die Bedürfnisse der User anzupassen.

«Es hat sich ein grundsätzlicher Wandel in der Mediennutzung vollzogen», sagt der Google-Mann rückblickend. Für die Jugendlichen von heute sei es bereits normal, elektronische Medien zu benutzen. Dieser Trend werde sich weiter verstärken. Schweizer Unternehmen sollten von dieser Veränderung profitieren. Viele befänden sich jedoch noch immer in einer Testphase und müssten erst herausfinden, welchen Nutzen sie aus dem Internet ziehen wollten. «In Zukunft werden mobile Endgeräte immer wichtiger», sagte Schönenberger weiter. Werbung auf Handys sei noch zu wenig verbreitet. Hier würde sich ein enormes Potenzial anbieten – auch für Google.