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Luxusgüter
Onlinehandel treibt Verkäufe bei Richemont an

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Ohne Sondergewinn verblieben dem Genfer Konzern ein Überschuss von 875 Millionen Euro nach 974 Millionen Euro im Jahr zuvor.Quelle: Keystone

Richemonts Forcierung des Online-Geschäfts macht sich bezahlt. Im ersten Halbjahr 2018/19 sind die Verkäufe insgesamt um 24 Prozent gestiegen.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Der Schmuck- und Uhrenkonzern Richemont hat in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2018/19 Umsatz und Gewinn kräftig gesteigert. Für das Wachstum waren in erster Linie die vollständige Übernahme des Online-Händlers Yoox Net-a-Porter sowie der Kauf der britischen Uhrenplattform Watchfinder ausschlaggebend. Der Reingewinn wurde aber von einem Sondereffekt begünstigt.

Der Umsatz nahm in den Monaten April bis September um 21 Prozent auf 6,81 Milliarden Euro zu, nachdem bereits für die ersten fünf Monate ein Plus von 22 Prozent ausgewiesen worden war. Ohne Zukäufe, also um Währungs- und Akquisitionseffekte bereinigt, legte der Umsatz der Richemont-Gruppe um 8 Prozent zu, wie es in der Mitteilung vom Freitag hiess.

Speziell ist der Ausweis des Reingewinns: Da erzielte Richemont einen Wert von 2,25 Milliarden Euro nach knapp einer Milliarde im Vorjahr. Allerdings sei das Ergebnis von einem Bewertungsgewinn auf den Yoox-Aktien in Höhe von 1,38 Milliarden nach oben getrieben worden, hiess es.

Im Mai hatte sich Richemont die italienische Yoox Net-a-Porter, die ihr zuvor zur Hälfte gehört hatte, ganz einverleibt. Und Anfang Juni kaufte der Konzern die Plattform Watchfinder.

Betriebsgewinn unter Druck

Besser ablesen lässt sich die Geschäftsentwicklung anhand des Betriebsgewinns. Dieser ging im Halbjahr leicht um 3 Prozent auf 1,13 Milliarden Euro zurück. Im Zuge der Zu- und Verkäufe in der Berichtsperiode sei eine Belastung in Höhe von 159 Millionen entstanden, hielt das Unternehmen fest. Die Genfer trennten sich im Juni von der seit Jahren defizitären Lederwarenmarke Lancel.

Die operative Marge ging um deutlich zurück. Dies hat teilweise damit zu tun, dass die übernommenen Online-Verkäufer tiefere Margen als Uhrenmarken wie IWC, Piaget oder Jaeger-LeCoultre und vor allem als die Schmuckhäuser Cartier und Van Cleef & Arpels erwirtschaften.

Mit den Kennzahlen wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Diese hatten im Durchschnitt mit einem Umsatz in Höhe von 6,86 Milliarden Euro und einem EBIT von 1,32 Milliarden gerechnet.

Verwaltungsratspräsident Johan Rupert hielt sich in der Mitteilung - wie üblich - mit Aussagen zum Ausblick zurück.

(awp/bsh)

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