Ein Drittel der Schweizer Geschäfte sind in ihrer Existenz bedroht. Laut Fredy Hasenmaile, Head Real Estate & Regional Research bei der Credit Suisse, gab es Ende 2012 in der Schweiz 50'576 Detailhandels-Verkaufspunkte, also stationäre Läden, wenn man auch die Kleinstformate dazu zählt. Bis ins Jahr 2028 dürften 17'000 davon eingehen. «Je stärker der Online-Shift kommt, desto massiver werden die Auswirkungen sein», Hasenmaile.

Als Grund für das Ladensterben wird von den Detailhändlern angeführt, dass die Internet-Konkurrenz einen enormen Preisdruck ausübe. Und dass sich Kunden zwar im Laden beraten lassen, aber dann doch billiger im Internet einkauften. Für die Mehrheit der Konsumenten ist gemäss diversen Studien denn auch klar, dass Gadgets im Internet günstiger zu haben sind als beim Händler vor Ort.

Klare Verschiebung ins Internet

Marcel Dobler, Co-Gründer des Schweizer Onlinehändlers Digitec, hat in einer Diplomarbeit an der Fachhochschule Kalaidos untersucht, ob dies wirklich stimmt. Sind Onlineshops also günstiger als Ladengeschäfte? Dobler untersuchte die Daten mit Hilfe des Schweizer Marktforschungsinstituts GFK Switzerland.

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Bei seiner Auswertung kommt er zum Schluss, dass allgemein eine klare Verschiebung des Vertriebs der Produkten in Online-Kanäle erkennbar ist - dies auf Kosten der Detailhändler. Die exklusiv im Detailhandel angebotenen Produkte nehmen stetig ab.

Online nicht nur mit Vorteilen

Online ist aber nicht immer im Vorteil. Im unteren Preissegment sei das Angebot im Internet nicht besser als im Detailhandel, so Dobler. Je teurer aber ein Modell ist, desto grösser wird der Preisvorteil im Internet. Ab einem Preis von 2000 Franken liessen sich etwa bei Fernsehern online schnell einmal zehn Prozent einsparen.

Bei günstigen Kameras bis 300 Franken ist das Angebot im Detailhandel günstiger. Doch schon ab 500 Franken lohnt es sich, online einzukaufen. Bei Notebooks hingegen gibt es in allen Preislagen etwa gleich viele Modelle, deren Preise sich online und offline in etwa die Waage halten.