Opel sieht sich trotz der Turbulenzen in seinem Russlandgeschäft auf Kurs zu seinen mittelfristigen Gewinnzielen. «Wir halten daran fest, bis Mitte des Jahrzehnts wieder profitabel zu werden», sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann der Wirtschaftszeitung «Euro am Sonntag» laut einem Vorabbericht. «Einbussen in Russland können wir auch durch Marktanteilsgewinne im übrigen Europa kompensieren.» 

Dazu soll auch die laufende Modelloffensive der General-Motors -Tochter beitrage. In Europa solle der Marktanteil von Opel in den nächsten Jahren auf acht von sechs Prozent steigen, in Deutschland auf zehn von sieben Prozent.

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Opel fährt als Reaktion auf die Russland-Sanktionen seine Produktion in dem Land weiter zurück und baut massiv Personal ab. Etwa ein Viertel der knapp 2000 Beschäftigten im Werk St. Petersburg soll das Unternehmen gegen Abfindungen verlassen. Die Fabrik werde auf einen Einschichtbetrieb heruntergefahren. Von August bis Oktober sollen die Bänder nur an 16 Tagen laufen. Bereits in der ersten Jahreshälfte hatte die Produktion an mehreren Tagen stillgestanden. In den ersten acht Monaten des Jahres ist die Pkw-Nachfrage in Russland um zwölf Prozent zurückgegangen.

Hoffnungen setzt Neumann auf das neue Einstiegsmodell «Karl», das nächstes Jahr an den Start gehen soll. «Wenn es uns gelingt, Kunden mit einem Minimalanspruch an Mobilität von dem einen oder anderen Ausstattungsplus zu begeistern, steigen unsere Renditechancen», sagte der Opel-Chef. Opel hatte vor eineinhalb Jahren mit dem Adam bereits einen kleinen Wagen auf den Markt gebracht und damit den Nerv vor allem jüngerer Kunden getroffen. Am Freitagabend hatte Opel mitgeteilt, wegen möglicher Probleme mit der Lenkung etwa 8000 neue Autos der Modelle Adam und Corsa in die Werkstätten zurückzurufen. Es handele sich um Fahrzeuge, die seit Mai ausgeliefert wurden. Ab Samstag könnten Fahrzeugbesitzer auf der Opel-Internetseite nachprüfen, ob ihr Wagen betroffen sei.

(reuters/chb)