General Motors erhöht den Druck auf die angeschlagene Tochter Opel. Sollte bis Februar keine Einigung mit Personalvertretung und Gewerkschaft IG Metall über ein neues Sparpaket erzielt sein, fühlt sich das Management nicht mehr an frühere Angebote gebunden.

Die Fahrzeug-Produktion in Bochum würde dann bereits zum 1. Januar 2015 eingestellt, stellte GM-Vize-Chef Stephen Girsky in einem veröffentlichen Schreiben an die Belegschaft klar. Bisher will GM die Produktion des Familienwagens Zafira dort 2016 auslaufen lassen.

«Was wir brauchen, sind weitere beträchtliche Einsparungen», betonte Girsky. Alles deute darauf hin, dass der Markt in Westeuropa in diesem Jahr weiter schrumpfe. Solange Opel Verluste mache, könne man sich auch keine Lohnerhöhungen leisten.

Schleppende Gespräche seit Sommer

GM verhandelt bereits seit vergangenen Sommer über weitere Einschnitte und hat angekündigt, das Opel-Werk in Bochum in den nächsten Jahren zu schliessen. Die Gespräche laufen nur schleppend.

Parallel hat der US-Konzern ein Investitionsprogramm aufgelegt, um das Europageschäft mit den beiden Marken Opel und Vauxhall in die Gewinnzone zu führen. Zahlreiche neue Modelle sollen in den nächsten Jahren an den Start gehen. Den Anfang machen der kleine Geländewagen Mokka, der Stadtwagen Adam und das Cabriolet Cascada.

Die Gewerkschaft IG Metall hat mehrfach betont, sie kämpfe für den Erhalt der Autoproduktion in Bochum. Um am Verhandlungstisch eine Einigung zu erzielen, hatte die Gewerkschaft die branchenweit ausgehandelte Lohnerhöhung von 4,3 Prozent dem Unternehmen gestundet. Offen war zunächst, ob sie dieses Geld nun zurückfordert.

(vst/rcv/sda)

Anzeige