Die Fachstellen für nichtionisierende Strahlung NIS kritisieren Mobilfunkbetreiber Orange scharf. «Viele Mobilfunkantennenanlagen werden derzeit mit einem unbewilligten Antennentyp betrieben», schreiben die kantonalen Fachleiter in einem Brief, welcher der Handelszeitung vorliegt. Auf Beanstandungen reagiere Orange nicht oder nur vereinzelt. Im Behördenbrief ist die Rede von «Überschreitungen bewilligter Werte», die der Telekomanbieter nicht fristgerecht behoben habe, und davon, dass Orange «erforderliche Abnahmemessungen» nicht durchgeführt habe.

«Massnahmen definiert»

Die Strahlenexperten verlangen, dass die Orange-Antennen «umweltschutzrechtlich korrekt» und «wie bewilligt» betrieben werden. Orange nimmt zu den erhobenen Vorwürfen nur summarisch Stellung. «Wir haben Massnahmen definiert, damit allenfalls bestehende Unzulänglichkeiten zügig behoben werden», sagt Orange-Sprecherin Therese Wenger. Diese seien aus fehlerhaften Prozessen und Abläufen mit dem früheren Outsourcing-Partner entstanden.

Eine Stichprobenkontrolle von Mobilfunksendeanlagen, die das Bundesamt für Umwelt Anfang 2012 veröffentlicht hat, ergab, dass jede zehnte Mobilfunkantenne von Orange nicht den behördlichen Vorgaben entsprach.