Der Chef des französischen Telekom-Konzerns Orange, Stéphane Richard, ist am Donnerstag in Israel zu Gesprächen mit der Regierung eingetroffen. Richard muss nach einem Eklat den Verdacht ausräumen, seine Firma unterstütze einen Boykott Israels.

«Ich bin hierher gekommen, um deutlich zu machen, dass wir sehr glücklich sind, in Israel zu sein», sagte Richard dem israelischen Sender i24. Zwei Tage lang will Richard in Israel Gespräche mit Regierungsvertretern führen und seine lokalen Mitarbeiter treffen.

Treffen mit Netanjahu

«Wir sind glücklich hier zu sein und hier zu investieren», bekräftigte Richard bei einem Besuch einer Orange-Niederlassung. Am Freitag will er den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und den früheren Präsidenten Schimon Peres treffen.

Am Mittwoch der vergangenen Woche hatte Richard in Kairo öffentlich erklärt, sein Ziel sei es, den Lizenzvertrag zur Nutzung des Markennamens Orange durch die israelische Firma Partner «so bald wie möglich» zu beenden. Dies hatte heftige Proteste in Israel und eine Reaktion des französischen Aussenministeriums ausgelöst, das bekräftigte, Frankreich lehne einen Boykott Israels entschieden ab.

Orange in Ostjerusalem

Orange überlässt Partner gegen eine Gebühr Namen und Logo. Dieser Vertrag gilt noch bis 2025. Partner tritt auch im besetzten Westjordanland und in Ostjerusalem mit Namen und Logo von Orange auf. Richard hob nun hervor, eine Beendigung des Lizenzvertrages für die Marke bedeute in keiner Weise, dass sich Orange komplett aus Israel zurückziehen wolle. Das Unternehmen bleibe dort in jedem Fall mit zwei Filialen vertreten.

Den Wunsch des Orange-Chefs, sich gegenüber Israels Botschafter in Paris zu entschuldigen, lehnte die israelische Regierung ab und lud ihn stattdessen nach Israel ein.

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(sda/ise/me)