Der Kundendienst des Schweizer Telekomanbieters Orange ist dieser Tage wieder einmal stark überlastet: Tausende Abonnenten haben fehlerhafte Rechnungen erhalten. «Etwa 5000 Kunden haben uns kontaktiert wegen Unstimmigkeiten in der Rechnung», sagte Sprecherin Therese Wenger auf Anfrage.

«Kosmetische Fehler»

Dabei handle es sich beispielsweise um «kosmetische Fehler» wie ein falsches Datum oder um Optionen oder Rabatte, die im System noch nicht aktiviert waren, was zu fehlerhaften Beträgen führte. «Für die Unannehmlichkeiten möchte ich mich im Namen von Orange entschuldigen», sagte Wenger am Morgen in der Sendung «Espresso» von Radio SRF.

Zu viel zahlen müsse aber niemand, denn die Fehlbeträge würden mit der nächsten Rechnung korrigiert. Auf Wunsch verschicke man aber auch eine fehlerfreie Rechnung. «Wenn der Kunde eine neue Rechnung wünscht, speziell wenn es sich um einen höheren Betrag handelt, können wir eine neue Rechnung ausstellen», so Wenger.

Ärger im Monatstakt

Seit Orange im März ein System-Update durchführte, wurden zuerst Hunderte Kunden vom Mobilnetz abgklemmt, berichtete handelszeitung.ch. Der Schweizer Mobilfunkkonzern hatte Probleme mit der Portierung (Übernahme) von Nummern von Konkurrenzanbietern.  

Im April machte handelszeitung.ch bekannt, dass Zehntausende Orange-Kunden seit Monaten auf ihre Rechnung warten und der Handy-Konsum nicht mehr kontrolliert werden konnte. Im Juni dann die nächste Pleite: Hunderte Kunden haben irrtümlich eine Gebühren-SMS erhalten für Datenvolumen, das sie nie verbraucht hatten.

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Mahnung für bezahlte Rechnungen

Offenbar sind die falschen Rechnungen nicht der einzige Problemfall. Handelszeitung.ch liegen Dokumente vor, die zeigen, dass Orange auch für schon bezahlte Rechnungen ihrer Kundschaft «Zahlungserinnerungen» verschickt. Ein Blick ins Orange-Forum zeigt, dass offenbar mehrere Personen ähnliche Erfahrungen machten.

Orange verspricht auch jetzt wieder eine baldige Verbesserung beim überlasteten Kundendienst. «Der Höhepunkt war Ende letzter Woche», sagte Wenger. Im Verlauf der nächsten Woche würden die Kunden dann wieder leichter durchkommen. Man habe das Personal im Kundendienst aufgestockt. Der Telekommunikationsanbieter Orange gehört der britischen Beteiligungsgesellschaft Apax.

Mit Material der Nachrichtenagentur SDA.