Das Telekommunikationsunternehmen Orange reicht bei der Wettbewerbskommission (Weko) Anzeige ein. Grund für die Beschwerde ist die Übernahme der 63 Filialen von Phonehouse durch Swisscom. Dadurch entstehe «in gewissen Gebieten eine massive Vormachtstellung von Swisscom», heisst es bei Orange auf Anfrage.

Tatsächlich hat Swisscom mit dem Zukauf auf einen Schlag 160 Verkaufsstellen in der Schweiz und damit ein Vielfaches mehr als die Konkurrenten Orange und Sunrise. Beschwerdeführerin Orange etwa besitzt nur 46 Shops. Durch den Umbau der Phonehouse-Filialen zu Swisscom-Shops verlieren Orange und Sunrise ab dem 1. Mai je 63 Verkaufspunkte. Denn Phonehouse hat wie Mobilezone bislang die Mobiltelefone und Abonnemente aller drei Netzbetreiber verkauft. Damit ist mit der Integration in den Swisscom-Konzern Schluss. Der Marktanteil von Swisscom wird dadurch im Shop-Bereich deutlich über 50% betragen. Daran stösst sich nicht nur Orange. Auch Sunrise plant eine Weko-Beschwerde, wie die «Handelszeitung» weiss. Offiziell will sich das Unternehmen dazu nicht äussern. Hinter der Bühne arbeitet aber eine externe Anwaltskanzlei die entsprechende Anzeige aus.

Dynamik im Umkehrschritt

Für Orange und Sunrise geht es um viel: Kann Swisscom die Übernahme wie angekündigt vollziehen, geraten beide massiv ins Hintertreffen. Während der Filialkauf etwa durch Sunrise neue Dynamik im Telekommarkt ausgelöst hätte, wird die jetzige Konstellation wohl eher zum Gegenteil führen. Mit anderen Worten: Swisscom ist mit dem Phonehouse-Deal ein grosser Coup gelungen, und kaum jemand hat es gemerkt.

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