1. Home
  2. Unternehmen
  3. Orascom einigt sich mit US-Börsenaufsicht

Orascom einigt sich mit US-Börsenaufsicht

Samih Sawiris, CEO von Orascom. (Bild: Keystone)

Wertberichtigungen und höhere Steuern haben Orascom im ersten Semester einen Verlust eingebrockt. Derweil wurden die Differenzen mit der US-Börsenaufsicht aus der Welt geschafft.

Veröffentlicht am 29.08.2012

Der Bau- und Hotelkonzern Orascom hat im ersten Halbjahr 2012 den Umsatz um 24,5 Prozent auf 132,9 Millionen Franken erhöht, doch resultiert ein Verlust von 27,2 Millionen Franken. Konzernchef Gerhard Niesslein aber sieht nun «Licht am Ende des Tunnels».

Positiv am Halbjahresergebnis wertete Gerhard Niesslein an der Medienkonferenz in Altdorf UR insbesondere den operativen Cash flow von 24 Millionen Franken. Im ersten Halbjahr lag er noch mit 44,5 Millionen Franken in der Verlustzone. Den Grund für den neuerlichen Nettoverlust sieht der Konzern des ägyptischen Investors Samih Sawiris in einer Kombination von Wertberichtigungen, einem tieferen Finanzertrag und höheren Steuern. Wegen Überkapazitäten im Baubereich sank überdies der Bruttogewinn von 16,3 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2011 auf 12 Millionen Franken.

Es harzt mit den Verkäufen in Andermatt

Probleme bereitet Orascom immer noch der arabische Frühling. So führten etwa Probleme mit Beduinen auf der Sinai-Halbinsel zu einem Rückgang der Auslastung. Der Krieg in Syrien wirkte sich in Jordanien negativ aus. Auch beim Tourismusresort Andermatt harzt es. Die Verkaufszahlen sind rückläufig. Die Immobilienverkäufe belaufen sich gerade mal auf 123 Millionen, die Reservationen auf 45 Millionen Franken. Dazu beigetragen haben Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Zweitwohnungs-Initiative sowie der Realisierung des Skigebietes Andermatt-Sedrun.

Inzwischen sei klar, dass das Resort Andermatt nicht unter die Zweitwohnungs-Initiative falle. Und nachdem in Andermatt die ersten Gebäude entstehen, werde das Projekt für Interessenten auch konkreter als auf Plänen und in Broschüren.

Schwedische SkiStar wieder an Bord

Zudem ist beim neuen Skigebiet Andermatt-Sedrun der schwedische Skigebietsbetreiber SkiStar an Bord - auch diese Neuigkeit wurde am Mittwoch bekanntgegeben. SkiStar hatte sich bei den komplizierten Verhandlungen um die Übernahme der Bergbahnen in Andermatt und Sedrun zurückgezogen. Damit verbunden waren Zweifel an der Realisierung des Skigebietes mit 130 Kilometern Pisten, in das 130 Millionen Franken investiert werden sollen. Für das Tourismusresort Andermatt aber ist ein attraktives Wintersportangebot lebenswichtig. Jetzt steht der Deal mit SkiStar. Deren technischer Direktor, Bo Halvardsson, wird die Andermatt Surselva Sport AG persönlich leiten.

Auch für Ägypten gibt sich Niesslein optimistisch. Die Präsidentenwahl sei gut verlaufen. Man spüre die Beruhigung auch an den Reservationen für die kommenden Festtage von Ende Jahr. Trotz weiterhin schwierigem Umfeld zeigt sich Orascom insgesamt zuversichtlich. Wie an der Medienkonferenz zu erfahren war, stieg die Nachfrage in der Tourismusbranche im ersten Halbjahr 2012 wieder an, was sich auf den Umsatz der Gruppe auswirkte. Dieser stieg auf 132,9 Millionen Franken. Beide Hauptsegmente konnten dabei zulegen.

Orsacom einigt sich mit Börsenaufsicht

Im Segment Hotels stieg die Auslastung auf 54 Prozent - vor allem aufgrund höherer Belegungsraten im Tourismusresort El Gouna. Aus diesem Grund nahm der Umsatz hier um 27,3 Prozent auf 69,0 Millionen Franken zu. Der Umsatz im Segment Immobilien und Bau wuchs mit 34,4 Prozent auf 37,3 Millionen Franken ebenfalls deutlich an. Orsacom hat für 2012 Kreditvereinbarungen in der Höhe von 125 Millionen Franken abgeschlossen. Laut Niesslein erlauben sie es der Gruppe, die laufenden Projekte und das Investitionsprogramm 2012 zu finanzieren. Letzteres wird indessen um fünf Prozent auf 115 Millionen Franken gekürzt.

Für 2013 plant die Gruppe Investitionen von 100 Millionen Franken, welche durch Verkäufe von nicht-strategischen Anlagen aus der Bilanz finanziert werden sollen. Die Schweizer Börsenaufsicht teilte überdies mit, dass sie sich mit Orascom bezüglich eines Verstosses gegen die Rechnungslegungs-Vorschriften (IFRS) geeinigt habe. Orascom hatte den Geschäftsverlust von 2011 um 35 Millionen Franken besser dargestellt. Bei einer korrekten Erfassung hätte der Jahresverlust 111 Millionen Franken und nicht nur 76 Millionen Franken betragen, teilte die SIX Exchange Regulation mit.

Laut Börsenaufsicht hatte Orascom trotz signifikanter Abnahme des Marktwertes zweier Finanzbeteiligungen auf eine erfolgswirksame Wertberichtigung im Jahresabschluss verzichtet. Damit verstiess Orascom gegen die Vorgaben der Rechnungslegungs-Vorschrift IAS 39 wie auch gegen die eigenen Rechnungslegungs-Grundsätze.

Laut Börsenaufsicht hat Orascom den Fehler im aktuellen Halbjahresabschluss nun berichtigt. Samih Sawiris' Unternehmen muss zur Wiedergutmachung eine Zahlung von 15'000 Franken an die IFRS-Stiftung bezahlen.

(muv/laf/sda/awp)

Anzeige