Orell Füssli hat sich im Geschäftsjahr 2011 knapp in den schwarzen Zahlen halten können. Trotz der unbefriedigenden Geschäftsergebnisse will das Unternehmen den Aktionären eine Dividende von 2 Franken (Vorjahr 2,5 Franken) bezahlen. Eine Ausschüttung sei angesichts der soliden Bilanzsituation vertretbar, teilte die im Druck und Verlagswesen tätige Gesellschaft mit.

Das Traditionsunternehmen erwirtschaftete 2011 noch einen Reingewinn nach Minderheitsanteilen von 0,2 Millionen Franken. Gemäss den weiteren definitiven Geschäftszahlen sank der Umsatz sank um 9,9 Prozent auf 287,8 Millionen Franken.

Der Betriebsgewinn Ebit brach gar um 82 Prozent auf noch 2,4 Millionen Franken ein. Belastet wurde das Betriebsergebnis durch Rückstellungen für den Buchhandel und für Atlantic Zeiser in Höhe von 6,8 Millionen Franken.

Umsatzrückgang im Sicherheitsdruck

Die deutsche Anlagenbauerin Atlantic Zeiser (AZ) realisierte im vergangenen Jahr mit -1,5 Millionen Euro ein negatives Betriebsergebnis vor ausserordentlichen Rückstellungen. Die Verschlechterung sei unter anderem auf höhere Personalkosten im Zusammenhang mit der Stärkung der Marketing- und Vertriebsleistung zurückzuführen. Allerdings seien Rationalisierungsmassnahmen eingeleitet, die zur Rückkehr in die Gewinnzone führen sollen, schreibt Orell Füssli. Nach dem Abgang von Oliver Mehler übernimmt Manfred Minich die Führung der AZ.

Im Sicherheitsdruck resultierte 2011 ein Umsatzrückgang um 14 Prozent auf 85,4 Millionen Franken. Der Ebit sank ebenfalls um 14 Prozent auf 11,3 Millionen Franken. Die Auslastung sei auf hohem Niveau geblieben, obwohl der Druckbeginn der neuen Schweizer Banknoten erneut aufgeschoben wurde, so das Unternehmen. Dafür konnten im vergangenen Jahr weitere ausländische Kunden gewonnen werden.

Anzeige

Im Buchhandelsgeschäft resultierte ein Umsatz von 113,8 Millionen Franken - was einem Rückgang um 5,1 Prozent entsprach. Wie die ganze Sparte habe man Preissenkungen und einem leichten Absatzrückgang hinnehmen müssen. Das Ergebnis vor ausserordentlichen Rückstellungen war mit 0,3 Millionen Franken in etwa ausgeglichen. Im Hinblick auf eine bevorstehende Filialbereinigung hat Orell Füssli Rückstellungen über rund drei Millionen Franken getätigt.

Weitere Rationalisierungen erwartet

Der amtierende Verwaltungsratspräsident Klaus Oesch scheidet anlässlich der Generalversammlung planmässig aus dem Verwaltungsrat aus. An seiner Stelle wird die Zuwahl von Heinrich Fischer beantragt, der nach der Wahl auch das Präsidium übernehmen soll.

Als Konzernleitungsmitglied von Oerlikon Bühle sowie als Saurer-Unternehmensleiter verfüge Fischer über langjährige internationale Erfahrung. Heute präsidiert Fischer eine Investmentgesellschaft und hat Einsatz im Verwaltungsrat verschiedener Unternehmen wie Tezcan, Schweitzer und Hilty.

Für das laufende Geschäftsjahr 2012 geht Orell Füssli für Atlantic Zeiser nach eingeleiteten Rationalisierungsmassnahmen von einer wesentlichen Verbesserung der Ergebnisse aus. Im Sicherheitsdruck könne weiterhin von einer hohen Auslastung der Produktion ausgegangen werden und der Auftragsmix werde sich im Vergleich zum Vorjahr verbessern.

Noch offen sei zurzeit die Frage, wann die Produktion der neuen Schweizer Banknoten definitiv beginnen könne. Im Buchhandel werde die Fortsetzung der bisherigen Markttrends mit rückläufigen Umsätzen im stationären Handel erwartet.

(muv/tno/awp)