Die Handels- und Industriegruppe Orell Füssli schreibt trotz gestiegenem Umsatz weiterhin Verluste. Der Buchhandel und der problembehaftete Sicherheitsdruck stecken in den roten Zahlen. Immerhin grenzte das Traditionsunternehmen das Minus ein.

Der Betriebsverlust betrug 2,2 Millionen Franken, nach 3,2 Millionen Franken im Vorjahr. Der Reinverlust stand bei 2,1 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte das Minus 4,2 Millionen Franken betragen.

Die Eingrenzung des Verlusts geht vor allem auf positive Einflüsse der Wechselkurse und auf das Finanzergebnis zurück. Prognosen auf das Jahresresultat seien aufgrund der Ergebnisse der ersten sechs Monate nicht sinnvoll. Man erwarte aber ein deutlich besseres Ergebnis im zweiten Halbjahr, hiess es. Im Gesamtjahr 2012 hatte Orell Füssli noch einen Gewinn von 0,8 Millionen Franken geschafft.

Der Umsatz erhöhte sich von 126 auf 128,5 Millionen Franken. Die Sparte Atlantic Zeiser in Deutschland, die industrielle Systeme beispielsweise zur Nummerierung und Kodierung von Dokumenten oder Banknoten anbietet, erhöhte den Umsatz leicht und schrieb operativ schwarze Zahlen. Die Sparte trat auf die Kostenbremse.

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Notendruck harzt

Mit Problemen kämpft indessen der Orell-Füssli-Sicherheitsdruck, dessen Leitung im Juli von Konzernchef Michel Kunz übernommen worden ist. Trotz guter Auslastung fiel der Unternehmenszweig wegen tieferer Bruttomarge und höherer Personalkosten in die roten Zahlen. Orell Füssli arbeitet an einer verbesserten Steuerung der Sparte.

Die Auslastung im Sicherheitsdruck dürfte auch im zweiten Halbjahr hoch sein. Orell Füssli hat allerdings seit Jahren Probleme mit der Herstellung neuer Banknoten, die das Unternehmen im Auftrag der Schweizerischen Nationalbank ausführen sollte.

Buchhandel wandelt sich

Der Buchhandel beendete der Umsatzrückgang im ersten Halbjahr, bleibt aber in den roten Zahlen. Das Geschäft verlagert sich weiter auf den Online-Handel.

Mit der Zusammenführung der eigenen Buchläden mit den Filialen der Thalia-Gruppe im Rahmen eines Joint-Ventures, die im Juli bekannt wurde, will Orell Füssli im schwierigen Buchhandel bestehen. Der Name Thalia soll aus dem Schweizer Buchhandel verschwinden und durch Orell Füssli ersetzt werden.

(jev/tno/sda)