«Das Schlimmste ist noch nicht vorbei, es drohen ganz klar weitere Abschreiber», meint Walter Wittman, emeritierter Wirtschaftsprofessor. Einzelne Analysten schätzen den weiteren Abschreibungsbedarf gar auf bis zu 20 Mrd Fr. für 2008. Hans Geiger vom Swiss Banking Institute der Universität Zürich hingegen erwartet, dass Marcel Ospel mit seinem Rücktritt reinen Tisch macht und die maximale Summe abschreiben lässt.

Konrad Hummler ortet bei der UBS nach wie vor hohe Unsicherheiten. Die Wahl des designierten Nachfolgers Peter Kurer, der Krisenerfahrung bei Sanierungen und Fusionen mitbringt, bestätigt den Privatbankier in seiner Haltung, dass eine Aufspaltung der UBS der einzige Weg sei, um «die gesunden Teile vor der Fäulnis im Investment Banking zu retten». Er bedauert hingegen, dass mit Kurer jemand aus dem «inneren Zirkel» der UBS gewählt wurde. Dadurch fehle der Anreiz, die Entscheide und Prozesse aufzurollen, die überhaupt erst zu dem Desaster geführt haben.

Auch Wittman denkt, dass Kurer nur eine Interimslösung sein wird, um die dringendsten Brände zu löschen. «Wünschenswert wäre eine Person gewesen, die von aussen kommt und das Business sehr gut kennt», so Wittmann.