Der Börsengang von Osram in Deutschland hat sich für die Aktionäre von Siemens schon am ersten Handelstag gelohnt. Der erste Kurs der Aktie des Leuchtmittelherstellers, die für einen Tag im deutschen Leitindex Dax enthalten war, blinkte bei 24 Euro auf der Frankfurter Kurstafel auf. Damit lag er zwar fast ein Viertel unter der Bewertung aus einem Gutachten, das Siemens vor der Abspaltung seiner Tochter vorgelegt hatte.

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Doch zugleich stieg die Aktie des Münchener Technologiekonzerns um 0,8 Prozent auf 78,15 Euro, statt wie erwartet zu fallen. Osram schlossen bei 23,80 Euro. Die «geschenkten» Aktien eingerechnet, haben die Siemens-Aktionäre damit 3,9 Prozent gewonnen. Offenbar sind sie erleichtert, den Umbau des Münchener Traditionsunternehmens nicht länger mitfinanzieren zu müssen.

Börsenwert fast auf Buchwert

Mit dem ersten Kurs an der Frankfurter Börse wird Osram mit 2,5 Milliarden Euro bewertet – knapp über dem Wert, mit dem die Tochter in den Büchern von Siemens stand, aber weit unter den 3,2 Milliarden Euro, die ein Gutachten im Siemens-Auftrag ergeben hatte.

Osram steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. 2011/12 schrieb das Unternehmen rote Zahlen, im laufenden Geschäftsjahr (per Ende September) soll eine schwarze Null zu Buche stehen, bei einem allenfalls leichten Umsatzwachstum.

Elf Werke werden geschlossen, 8000 Stellen fallen bis 2014 weg. Die Zukunft bei Osram gehört der LED-Technik, Leuchtstoffröhren und Halogenlampen bringen aber immer noch Umsätze.

Mehr Freiheit für Osram

Schon am Wochenende hatte Osram die Fassade der Frankfurter Börse in der Unternehmensfarbe orange erstrahlen lassen. Am Montag läutete Vorstandschef Wolfgang Dehen die Börsenglocke. Er verspricht sich von der Abspaltung von Siemens mehr Freiheit bei Investitionsentscheidungen. Bisher hatte das Unternehmen mit den anderen Siemens-Sparten um das Geld des Konzerns buhlen müssen.

Nach einem gescheiterten Anlauf von Osram an die Börse hatte Siemens entschieden, 80,5 Prozent der Aktien der Tochter einfach in die Depots der Siemens-Aktionäre zu buchen. Sie erhielten für je zehn Papiere eine Osram-Aktie, Siemens behält 17 Prozent, der eigene Pensionsfonds bekommt 2,5 Prozent.

(vst/jev/sda)