Die Schweizer Bauzulieferer warten gespannt auf die neusten Zahlen zur europäischen Bauwirtschaft. Diese werden am 23. November 2007 von Euroconstruct geliefert, einem Netzwerk von 19 Forschungsinstituten aus Europa. Sie dürften nicht allzu rosig aussehen. Zwar steht der Branche unmittelbar keine Rezession bevor, wie Yngve Abrahamsen, Bauwirtschaftsexperte bei der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich, betont (siehe auch «Nachgefragt»). Gleichzeitig aber stellt Abrahamsen fest: «Die europäische Bauwirtschaft hat momentan den Zenit überschritten.» Firmen müssen Marktanteile auf Kosten ihrer Mitbewerber gewinnen.Der Sicherheitstechniker Kaba – kein «echter» Bauzulieferer – hat sich ehrgeizige neue Finanzziele gesetzt. Damit will CEO Rudolf Weber endlich wieder Fantasie in die Aktie bringen. Diese kommt seit 2004 nicht vom Fleck. Mehrmals touchierte sie die 400-Fr.-Grenze, hielt den Wert aber nie dauerhaft.

Bauwirtschaftsexperte Yngve Abrahamsen von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich rechnet in Osteuropa mit jährlichem Marktwachstum von 7%.Yngve Abrahamsen: Nein. Europas Bauwirtschaft steht keine Rezession bevor.Abrahamsen: Der Schritt ins stark wachsende Osteuropa ist unerlässlich. Hier wächst der Markt bis 2009 zwischen 7 und 9%, da sowohl Renovationen als auch Neubauten anstehen.Abrahamsen: Die Umweltschutzauflagen dürften künftig verschärft werden. Mittelfristig können sich innovative Firmen mit klimafreundlichen Produkten wertvolle Marktanteile sichern.

Bauzulieferer werden an der Börse abgestraft. Gibt es einen Zusammenhang zur Konjunktur? Westeuropas Bauwirtschaft wächst um nur 2% pro Jahr. Was heisst das für hiesige Bauzulieferer?Und wie können Schweizer Firmen in Westeuropa noch wachsen?