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Logistik
Panalpina: Gute Flughöhe, stürmische See

Frachtflugzeug von Panalpina
Ein Frachtflugzeug von Panalpina: Dank der Luftfracht hat Panalpina eine leichte Gewinnsteigerung gemacht. Quelle: Keystone .

Der Basler Logistikkonzern Panalpina hat 2017 leicht mehr verdient. Die Seefracht bereitet Sorgen, die Luftfracht hebt ab.

Veröffentlicht am 07.03.2018

Der Basler Logistikkonzern Panalpina hat 2017 etwas mehr verdient als im Vorjahr. Euphorie dürfte aber nicht aufkommen, denn das Ergebnis wurde nur möglich, weil 2016 Restrukturierungskosten auf die Resultate schlugen.

Der Umsatz von Panalpina stieg um 6,5 Prozent auf 5,5 Milliarden Franken; der Reingewinn stieg um knapp 10 Prozent auf 57,5 Millionen Franken, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der aussagekräftigere, um die volatilen Frachtpreise bereinigte Bruttogewinn sank allerdings um zwei Prozent auf 1,4 Milliarden Franken.

Werden die Restrukturierungskosten aus dem Ergebnis von 2016 herausgerechnet, so stürzt auch der Reingewinn ab: Dann wäre er rund 22 Millionen Franken tiefer als im Vorjahr. Weniger stark ist der Effekt beim Betriebsgewinn (Ebit), dieser betrug im vergangenen Jahr 103,3 Millionen Franken gegenüber 82,0 Millionen Franken 2016 - oder ohne Sondereffekt 109,9 Millionen Franken.

Sorgenkind Seefracht

Vor allem die Seefracht zog das Ergebnis von Panalpina herunter. Zwar transportierte das Unternehmen 1,52 Millionen Standardcontainer (TEU) und damit zwei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Bruttogewinn betrug mit 427,2 Millionen Franken leicht weniger als im Vorjahr.

Darauf schlugen allerdings wesentlich tiefere Margen, ein schwieriges Carrier-Umfeld und die Kosten für die Einführung des neuen IT-Systems, wie es in der Mitteilung heisst. Auf Stufe Ebit resultierte darum ein Verlust von 15,1 Millionen Franken, nach einem deutlich geringeren Verlust von 0,6 Millionen Franken im Vorjahr.

Rekordjahr für Luftfracht

Gerettet hat das Geschäft die Luftfracht, die praktisch den ganzen Gewinn des Konzerns erzielt. 995'900 Tonnen Fracht transportierten die Basler im vergangenen Jahr und damit so viel wie noch nie.

Das Volumen stieg gegenüber 2016 um acht Prozent und Bruttogewinn sowie Ebit nahmen in dieser Sparte mit jedem Quartal zu. Zum Jahresende resultierte ein Ebit von 110,3 Millionen Franken - das ist mehr als das um die Sondereffekte bereinigte Ebit vom Vorjahr.

«Wir hatten früh im Jahr zusätzliche Kapazität gesichert, lange vor der aussergewöhnlich starken Hochsaison, als die globale Kapazität knapp wurde», wird Panalpina-CEO Stefan Karlen in der Mitteilung zitiert. Folglich sei das Unternehmen in einem sehr anspruchsvollen Markt in der Lage gewesen, den Kunden zu dienen, während andere scheiterten.

Vorsichtig optimistisch

In der Sparte Logistik nahm zwar der Bruttogewinn um 14 Prozent auf 331,1 Millionen Franken ab. Auf Stufe Ebit resultierte mit 8,1 Millionen Franken aber dennoch ein besseres Resultat als im Vorjahr.

Für das kommende Jahr gibt sich CEO Karlen angesichts nach oben tendierender Wirtschaftsindizes optimistisch. Beim Sorgenkind Seefracht wisse man, was zu tun sei, «um wieder in ruhigere Gewässer zu finden», wird Karlen in der Mitteilung zitiert. In der Luftfracht habe Panalpina eine «gute Flughöhe erreicht, auf der wir aufbauen können».

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen mit Einkäufen sein Frischwarentransportgeschäft gestärkt: Es übernahm etwa ein niederländisches und zwei belgische Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind. Auf das Jahresergebnis 2017 hätten sich die Zukäufe noch nicht signifikant ausgewirkt, sagte Mediensprecher Sandro Hofer auf Nachfrage der Nachrichtenagentur sda.

Im kommenden Jahr erwarte Panalpina im Bereich Verderbliche Waren ein Beitrag zum Bruttogewinn von rund 25 Millionen Franken und auf Stufe Ebit von etwa 6 Millionen Franken. Der Basler Logistikkonzern strebt bis 2020 die weltweite Marktführerschaft im Transport leicht verderblicher Waren an.

(sda/tdr/bsh)

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