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Korruption
«Panama Papers»: Siemens stellt Strafanzeige

Siemens: Die Deutschen wollen wissen, ob eigene Manager Millionen versickern liessen. Keystone

Wegen der Enthüllungen über Briefkastenfirmen in Panama hat Siemens Strafanzeige gestellt. Im Konzern existierte ein System schwarzer Kassen - Manager könnten Gelder der Firma gestohlen haben.

Veröffentlicht am 08.04.2016

Nach den Enthüllungen über Briefkastenfirmen im Ausland hat Siemens Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Münchner Staatsanwaltschaft gestellt. Es gehe darum, dem Elektrokonzern bisher nicht bekannte Sachverhalte aufzuklären, erklärte Siemens der Deutschen Presse-Agentur. «Sollten sich dadurch neue Erkenntnisse über die Veruntreuung von Geldern ergeben, wird Siemens alle rechtlichen Möglichkeiten ergreifen, um auch diese Ansprüche geltend zu machen», hiess es in der Stellungnahme.

Hintergrund sind Berichte über in Panama gegründete Briefkastenfirmen, über die etwa Politiker Geld versteckt haben sollen. Demnach soll sich auch ein Zusammenhang mit dem Schmiergeldskandal bei Siemens ergeben haben. Bei dem Elektrokonzern waren über ein System schwarzer Kassen rund 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeld geflossen, das zur Erlangung von Aufträgen im Ausland eingesetzt worden sein soll. Der Skandal war 2006 aufgeflogen.

Befragung Beteiligter

Siemens sieht sich als potenziell Geschädigter und hatte bereits angekündigt, die in den Medien dargestellten Vorgänge und auch mögliche Ansprüche zu prüfen. Dazu gehöre die Befragung der beteiligten Personen und ein Auskunftsersuchen an die involvierten Medien sowie die Strafanzeige, erklärte das Unternehmen.

Die Staatsanwaltschaft München I hatte bekanntgegeben, dass sie das Thema nach den Enthüllungen prüft. Dabei gehe es darum herauszufinden, ob verfolgbare Straftaten vorliegen. Erst wenn dem so sein sollte, würden Ermittlungen eingeleitet. Derzeit gebe es keinen neuen Stand, sagte ein Sprecher der Behörde.

(awp/chb)

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