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Papierfabrik Biberist: 134 Kündigungen

Die Umstellung der Produktion auf Verpackungspapier soll Arbeitsplätze retten. (Bild: Keystone)

Die Papierfabrik des Sappi-Konzerns in Biberist schliesst teilweise. 134 der 550 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Für die Übrigen besteht noch Hoffnung.

Veröffentlicht am 19.05.2011

Die Papierfabrik des südafrikanischen Konzerns Sappi in Biberist SO stellt die Produktion von gestrichenem Grafikpapier Ende Juli ein. 134 Mitarbeitenden wird gekündigt. Zwei andere Papiermaschinen bleiben für zwei Monate in Betrieb. Das teilte der Verwaltungsrat am Donnerstag mit.

Mit dem Aufschub soll ermöglicht werden, dass für die beiden Papiermaschinen ein Käufer gefunden werde. Auf den Maschinen könnten alternative Papierprodukte hergestellt werden, hält Sappi in einer Medienmitteilung fest.

Mit der Teilschliessung verlieren 134 der insgesamt 550 Mitarbeitenden ihren Arbeitsplatz. Die Betroffenen erhalten per Ende Mai die Kündigung. Es bestehe ein Sozialplan, hiess es. Dieser gewährleiste, dass die betroffenen Mitarbeiter eine Chance hätten, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Das Aus für die Produktion von gestrichenem Grafikpapier begründete das Unternehmen mit den sich verschlechternden Marktbedingungen und dem anhaltenden Anstieg der Rohstoffkosten.

Sappi sucht weiter nach Möglichkeiten für den Verkauf und andere industrielle Nutzungsmöglichkeiten des Werkes. Mit Unterstützung des Solothurner Regierungsrates werde bis Ende Juli über Möglichkeiten für die Zukunft der verbleibenden Mitarbeitenden entschieden.

Verpackungspapier als Hoffnung

Ende Mai hatte Sappi Schweiz AG eine Schliessung des Werkes in Biberist in Aussicht gestellt. Nach der sechs Wochen dauernden Konsultationsphase hatten die Arbeitnehmervertretungen Anfang Woche Vorschläge zur Weiterführung der Papierfabrik präsentiert.

Sie schlugen vor, die Produktion von Fein- auf Verpackungspapier umzustellen. Verpackungspapier wie Faltschachtelkarton gehöre zu den Wachstumsmärkten. Der Bedarf an Verpackungspapier sei nicht gedeckt, hiess es.

Die Umstellung der Produktion auf Verpackungspapier ist notwendig, weil der südafrikanische Mutterkonzern Sappi im März bei der Ankündigung des möglichen Endes der Fabrik ein Konkurrenzverbot verhängt hatte.

Wer die Fabrik übernimmt, darf demnach kein gestrichenes Feinpapier herstellen. Als Grund nannte Sappi die Überkapazitäten im weltweiten Papiermarkt.

(laf/cms/sda)

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