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Papierfabrik Biberist: Arbeiter kämpfen gegen Schliessung

Papierfabrik in Biberist: Durch eine neue Strategie zu retten? (Bild: Keystone)

Die Angestellten des Papierwerks Biberist geben sich kämpferisch. Durch eine neue Ausrichtung des Geschäfts wollen sie versuchen, Arbeitsplätze zu retten.

Veröffentlicht am 17.05.2011

Sechs Wochen nach der Ankündigung der Schliessung der Papierfabrik Biberist mit 550 Arbeitsplätzen geben die Angestellten nicht auf. Sie wollen das Werk retten, indem sie die Produktion von Fein- auf Verpackungspapier umstellen.

Verpackungspapier wie Faltschachtelkarton gehöre zu den Wachstumsmärkten, sagte der Leiter der Abteilung Produktion, Daniel Scholz, vor den Medien im Papierwerk Biberist. Der Bedarf an Verpackungspapier sei nicht gedeckt.

Die Umstellung ist nötig, da der südafrikanische Mutterkonzern Sappi im März ein Konkurrenzverbot über die Fabrik verhängt hatte. Wer die Fabrik übernimmt, darf kein gestrichenes Feinpapier produzieren. Grund dafür sind Überkapazitäten im weltweiten Papiermarkt.

Schliessung wegen steigender Rohstoffpreise

Neben diesen Überkapazitäten hatte Sappi steigende Rohstoff- und Energiepreise als Hauptgründe für die Schliessung aufgeführt. Bisher produzierten zwei der drei Papiermaschinen in Biberist insgesamt 390'000 Tonnen Feinpapier pro Jahr.

Dies enspricht 85 Prozent der gesamten Produktion des Werkes. Der Rest ist Naturpapier, das weiterhin hergestellt werden soll. Eine der beiden Feinpapier-Maschinen kann problemlos auf Verpackungspapier umgestellt werden.

Für die zweite sind jedoch Investitionen von 25 bis 30 Millionen Franken nötig, wie Scholz sagte. In den vergangenen sechs Wochen wurden bereits zwei Muster des Hoffnungsträgers produziert, die an der Medienkonferenz gezeigt wurden.

Angestellte vor ungewisser Zukunft

Wie vielen Angestellten das Verpackungsmaterial Arbeit gebe, sei offen, sagte Katharina Schär, Präsidentin der Arbeitnehmervertretung. Entscheidend sei, ob ein Investor einsteige und ob auf allen drei Papiermaschinen produziert werde.

Von 25 angeschriebenen Investoren und Partnern haben elf kein Interesse gezeigt. Weitere elf klären derzeit ab. Drei Interessenten haben einen so genannten "Letter of Intent" - eine unverbindliche Absichtserklärung - unterzeichnet.

Forderung nach mehr Zeit

Die Lösungsvorschläge wurden dem Verwaltungsrat der Sappi Schweiz am Montag abgegeben.

Die Arbeitnehmervertretung und die Gewerkschaften haben dabei mindestens sechs Monate mehr Zeit gefordert, um die Vorschläge detailliert auszuarbeiten.

Damit kein Fachwissen verloren geht, verlangen sie zudem, dass per Ende Mai keine Kündigungen ausgesprochen werden. Wann der Sappi-Verwaltungsrat antwortet, ist gemäss Katharina Schär nicht bekannt.

(laf/tno/sda)

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