Startup-Förderprogramme gibt es wie Sand am Meer. Nun steigt auch die katholische Kirche in das Wettrennen um die besten Jungunternehmen ein. Inspiriert von Papst Franziskus Engagement für das Weltklima und Flüchtlinge soll die «Laudato Si Startup Challenge» drängende Probleme des Planeten lösen helfen.

Bewerben können sich Gründer aller Kontinente und aller Religionsrichtungen. Auch Atheisten sind zum Programm zugelassen, das die Jungunternehmen acht Wochen lang bei der Ausarbeitung ihrer Idee begleitet. Der Schwerpunkt liegt bei Jungfirmen, die sich im Bereich Klimawandel, Cleantech, Nahrungsmittel und Energie engagieren.

Demo Day im Vatikan

Die Sieger erhalten Investitionen in der Höhe von bis zu 100'000 Franken und dürfen ihre Ideen bei einem Demo-Day in den heiligen Hallen des Vatikans vorstellen. Auch etablierte Jungunternehmen können sich für das Förderprogramm bewerben. Voraussetzung: Sie dürfen bisher nicht mehr als 2 Millionen Dollar an Investorengeldern gesammelt haben.

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«Das Laudato Si Programm funktioniert wie ein klassischer Accelerator mit Investmentmöglichkeiten, Mentoren und Ratschläge für die Startups», sagte der Direktor des Programms Paul Orlando dem amerikanischen Magazin Fast Company. Er glaubt, dass so ein Programm bisher ohne Beispiel ist. «Einzigartig ist die Kombination von profitorientierten Unternehmen und einer so alten Institution, die viel Verständnis für die Probleme der Welt hat», so Orlando. Das Geld für die Startups kommt übrigens nicht direkt aus den Töpfen des Vatikan, sondern von externen Investoren, die sich im Programm engagieren.

Politische Agenda des Papstes

Erst vor kurzem hat Papst Franziskus Tech-Firmen aufgefordert mehr Einsatz bei der Bekämpfung von Umweltproblemen und sozialen Verwerfungen zu zeigen. Dass der Vatikan nun solchen Firmen seine Tore öffnet und sie fördert, entspricht den politischen Leitlinien des Pontifex, die er in seinen offiziellen Schriften und Reden immer wieder vorantreibt.

Vor allem das Engagement von Franziskus im Bereich des Klimawandels ist bekannt. Der Vatikan bezeichnete den Rückzug von US-Präsident Donald Trump vom Pariser Klimaabkommen als «Schlag ins Gesicht." Die Vatikan-Startup Challenge hat ihren Namen von der zweiten Enzyklika des Papstes, die sich vor allem mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz beschäftigt.