Frankreichs Finanzminister Michel Sapin hält es für unausweichlich, dass die grossen US-Banken wegen des Brexits Geschäfte von London auf den europäischen Kontinent verlagern. Ranghohe US-Banker hätten ihm signalisiert, dass es nicht mehr darum gehe, ob sie London verliessen, sagte Sapin am Donnerstag.

Im Hintergrund werde der Transfer bereits vorbereitet. Er werde kommen, ganz unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen über die Bedingungen des britischen EU-Ausstiegs.

Paris in der Pole Position

Frankreich hofft, möglichst viel des Finanzgeschäfts aus London nach Paris holen zu können. Dazu bietet es vereinfachte Möglichkeiten zur Registrierung von Unternehmen und Steuervergünstigungen für ausländische Beschäftigte. Allerdings unterstützt die sozialistische Regierung die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, was einige Banken abschrecken könnte.

Neben Paris macht sich auch Frankfurt Hoffnungen, von einem Abzug grosser Banken aus London zu profitieren. Beobachter erwarten allerdings, dass die US-Banken in London ihr Geschäft eher nach New York als auf den europäischen Kontinent verlagern.

(reuters/ise/hon)