Der französische Staat hat beim Autobauer Renault eine umstrittene neue Stimmrechts-Regelung durchgeboxt und damit seinen Einfluss als Anteilseigner gestärkt. Damit setzte er sich über den Widerstand des Vorstands hinweg, der verhindern wollte, dass langjährige Aktionäre künftig doppeltes Stimmrecht erhalten.

Zwar unterstützte auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Paris eine Mehrheit den Vorstand, der Antrag erreichte aber nicht die nötige Zwei-Drittel-Mehrheit. Der französische Staat hatte zuvor eigens seine Anteile von 15 auf 19,7 Prozent aufgestockt.

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Gleichgewicht mit Nissan bedroht

Hintergrund des Streits ist ein Gesetz, das Aktionären mehr Einfluss gibt, wenn sie ihre Anteile länger als zwei Jahre halten. Die Hauptversammlung kann diese Regelung verhindern. Renault-Chef Carlos Ghosn hatte befürchtet, dass sie das Gleichgewicht der Allianz von Renault mit dem japanischen Autohersteller Nissan gefährdet.

Nissan hält 15 Prozent an Renault, hat aber anders als der französische Staat keine Stimmrechte. "Die Einführung der doppelten Stimmrechte würde diese Asymmetrie erheblich verstärken", warnte das Unternehmen noch kurz vor der Versammlung in einer Mitteilung. Die französische Regierung sieht in der Massnahme dagegen ein Mittel gegen Spekulanten.

(awp/ise)