Der Fachverband GS1 Schweiz mit über 4300 Mitgliedfirmen entstand vor drei Jahren aus der Fusion von drei Verbänden, die sich alle im weiteren Sinn mit der Optimierung der Wertschöpfungskette befassten, aber nicht unterschiedlicher hätten sein können. EAN war als schweizerische Vergabestelle für die EAN-Nummern stark in der Konsumgüterindustrie und im -handel verankert. Mit ECR fusionierte eine internationale Kollaborationsplattform der Konsumgüterwirtschaft, welche ihre Ursprünge in Amerika hatte. Und mit der traditionsreichen Schweizerischen Gesellschaft für Logistik SGL wurde auch die Logistik in die neue Organisation integriert. Mit dem Zusammenschluss entstand ein starkes Kompetenzzentrum, welches die Wirtschaft ganzheitlich in der Ausgestaltung von Wertschöpfungsketten unterstützt.

Drei Jahre nach der Fusion ist die Zeit reif, ein erstes Fazit zu ziehen. Eine Frage stellt sich dabei natürlich im Speziellen: Konnte die neue Organisation tatsächlich Synergien nutzen und Mehrwert für die Wirtschaftspartner schaffen? Ist das Ganze heute mehr als die Summe aller Teile von damals?Diese Frage kann mit einem historischen Exkurs beantwortet werden.

Als die Mehrzahl der Menschen noch Selbstversorger waren (also vor einigen hundert Jahren) sprach noch niemand von Wertschöpfung oder Logistik. Kein Wunder, denn die Versorgungskette war so simpel, dass ihre Organisation keine besonderen intellektuellen Fähigkeiten verlangte. Mit steigender Arbeitsteilung und zunehmender Globalisierung entwickelte sich die Komplexität der logistischen Kette exponentiell. Von dieser Entwicklung ist heute jeder betroffen, von der kleinsten KMU bis zum Weltkonzern sind die Beschaffungs- und Absatzmärke auf die ganze Welt verteilt.

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Komplexität bewältigen

Um mit der Komplexität der Prozesse Schritt halten zu können, braucht es je länger, je mehr Koordinationsaktivitäten. Es braucht eine gemeinsame Sprache und einheitliche Standards, die über alle Grenzen verständlich sind und die eine erhöhte Automation erlauben. Erst durch die Bereitschaft zur Standardisierung und zur Kollaboration entsteht ein relevanter Mehrwert für alle. GS1 Schweiz ist heute in der richtigen Aufstellung, um relevante Ansätze zu präsentieren, welche auf betrieblicher und auf gesamtwirtschaftlicher Ebene Vereinfachungen erreichen und zu Kosteneinsparungen führen.

GS1 Schweiz engagiert sich für eine gesamtheitliche Sicht auf die Wertschöpfungskette, für die Etablierung von internationalen Kommunikations- und Identifikationsstandards sowie für die aktive Nutzung von Kollaborationsplattformen, etwa Arbeitsgruppen oder Round Table.

Keine Partikularinteressen

GS1 Schweiz vertritt keine Partikularinteressen im politischen Entscheidungsprozess. Trotzdem beansprucht der Verband eine gesellschaftliche Relevanz. Sie ergibt sich aus dem Nutzen für die Konsumentinnen und Konsumenten. Ein effizientes und effektives Wirtschaften führt zu wettbewerbsfähigeren Unternehmen und damit zu mehr Wohlstand für alle.

Zudem zeigt die Praxis, dass Effizienz und Effektivität weitere interessante «Nebenwirkungen» haben: Durch Standards in Kommunikation und Identifikation erhöht sich die Transparenz und somit die Sicherheit in der Lieferkette. Der Weg von Produkten kann weltweit rückverfolgt werden, was in Zeiten von chemikalienverseuchten Kinderspielsachen, gefälschten Medikamenten oder Dioxin-belasteten Lebensmitteln zu einem nicht zu unterschätzenden Erfolgsfaktor für die Konsumgüterindustrie und den Gesundheitsbereich wird.

Effizienz und Effektivität bedeutet auch einen ökologischen Zugewinn. Wo Wirtschaftspartner zusammenarbeiten, lassen sich Verkehrswege verkürzen, Verpackungsmengen verkleinern und Recycling-Prozesse umsetzen.

In der weiteren Verankerung der Prinzipien von Effizienz und Effektivität, Transparenz, Sicherheit und Nachhaltigkeit liegt die Zukunft der Schweizer Wirtschaft. Als Kompetenzzentrum der Wirtschaftspartner unterstützt GS1 Schweiz diese Anliegen mit der Definition, Förderung und Durchsetzung von Standards, Mitteln und Methoden, welche die Logistik-, Supply-Chain- und Demand-Prozesse verbessern. GS1 Schweiz hat die Kapazität, Wirtschaftspartner zu vernetzen und kollaborative Prozesse zu begleiten. In einer Welt, die täglich komplexer wird, bietet GS1 Schweiz den Wirtschaftspartnern Lösungen, mit denen diese Herausforderungen zu bewältigen sind.