«Wir überweisen das Geld direkt an den französischen Staat», sagt Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel. Was genau mit der Solidaritätstaxe geschehe, die seit Juli 2006 auf Flügen von und nach Frankreich erhoben werde, wisse Swiss auch nur via Medien. Sie würde im Kampf gegen Epidemien in der Dritten Welt eingesetzt. Die Summe wolle er nicht herausrücken, sie könne aber aufgrund der Statistiken des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) errechnet werden. Jährlich sind das gemäss Kalkulationen der «Handelszeitung» rund 10 Mio Fr., die eins zu eins auf die Passagiere überwälzt werden.

Konkret erhebt die Swiss auf Flügen nach Frankreich in der Economy-Klasse 2 und in der Business-Klasse 16 Fr., auf dem Rückflug sind es 1 respektive 10 Euro. Die Steuer geht auf einen Beschluss des französischen Ex-Staatspräsidenten Jacques Chirac über zusätzliche Finanzierungsmittel für die Entwicklungszusammenarbeit zurück. Ähnliche Solidaritätstaxen hatten in Schweden, Grossbritannien und Deutschland politisch keine Chance. Erhoben wird die Steuer dagegen in Chile sowie in Gabon. Entgegen den Befürchtungen hatte die Taxe bisher weder bei Swiss noch bei Lufthansa einen Einfluss auf die Nachfrage nach Frankreich-Tickets.

Donzel kritisiert, die Airline-Industrie werde übermässig durch Taxen belastet, und hofft auf ein Ende dieses Chirac-Erbes. Auf Europaflügen machen Zuschläge teilweise bereits über die Hälfte der Ticketpreise aus – mit dem steigenden Ölpreis nimmt diese Tendenz weiter zu.

Seit dem 12. Juni 2008 hat Swiss die Treibstoffzuschläge auf Europaflügen um 3 auf 39 Fr. erhöht und jene auf Langstreckenflügen um 11 auf 155 Fr. Weitere Zuschlagserhöhungen spätestens ab nächstem Jahr sind so gut wie sicher.