Beim legendären Klavierbauer Steinway Musical Instruments will künftig der Finanzinvestor John Paulson den Ton angeben. Dessen Beteiligungsgesellschaft Paulson & Co kündigte an, den rund 160 Jahre alten Traditionskonzern kaufen und von der Börse nehmen zu wollen.

Paulson, der mit seinen Wetten auf einen Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes Milliarden verdiente, bietet 40 Dollar je Aktie und bewertet Steinway damit mit rund einer halbe Milliarde Dollar. Dies ist deutlich mehr als die 35 Dollar, die die Beteiligungsfirma Kohlberg & Co auf den Tisch gelegt hatte. Am Montag soll ein nicht näher genannter Investor dann auf 38 Dollar erhöht haben. Vorbörslich trieb die neue Offerte die Steinway-Aktie um mehr als vier Prozent in die Höhe. Der Bieterstreit hatte den Kurs bereits in den vergangenen Tagen beflügelt.

Die Steinway-Führung stimmte dem Gebot zu. Allerdings bleiben anderen Interessenten noch 25 Tage, um Paulson mit einer höheren Offerte auszustechen.

Umsätze stagnieren

Das Musik-Unternehmen, das neben Flügeln und Klavieren auch Saxofone und Trompeten herstellt, liebäugelt seit längerem mit einem Verkauf. Zwar stehen Steinway-Flügel in den meisten Konzertsälen der Welt und werden von legendären Musikern wie dem chinesischen Konzertpianisten Lang Lang und dem New Yorker Jazz-Musiker Vijay Iyer gespielt.

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Doch im Wirtschaftsabschwung kämpft die von dem im Harz geborenen deutschen Immigranten Henry Engelhard Steinway 1853 gegründete Firma mit stagnierenden Umsätzen. Im vergangenen Jahr stiegen die Erlöse lediglich um 2 Prozent. Bekannt ist das Unternehmen auch für den von ihm finanzierten Bau der bekannten Steinway Hall in Manhattan.

Neben New York baut Steinway seine Pianos, die deutlich mehr als 100'000 Euro (rund 124'000 Franken) kosten können, in Hamburg. Auch Cole Porter und Sergej Rachmaninoff nutzten Steinway-Klaviere.

(tno/reuters)