An diesem Mittwoch ist Zahltag: Der Wiener Financier Ronny Pecik erhält für seine 2 Mio Oerlikon-Aktien 800 Mio Fr. vom russischen Industriellen Viktor Vekselberg. Der Abschluss des Deals ist bereits einige Tage alt: Am 9. Mai meldete Vekselbergs Beteiligungsfirma Renova diese Managementtransaktion der Schweizer Börse SWX. «Gezahlt und geliefert aber wird erst an diesem Mittwoch», heisst es aus sicherer Quelle. Renova-Sprecher Markus Blume bestätigt, dass es sich bei den 800 Mio Fr. um den Kaufpreis für das Paket handelt.

Nach Abschluss der Transaktion halten die Russen neu 39,l% der Oerlikon-Aktien, die Wiener noch 12,2%. Die bevorstehende SWXMeldung zu diesem Deal wird über die neuen Beteiligungsverhältnisse allerdings nicht informieren: Victory und Renova hatten kurz vor der Oerlikon-GV vom 13. Mai eine Gruppe gebildet, «um das gemeinsame Abstimmungsverhalten sicherzustellen», wie es aus involvierten Kreisen heisst.

Die Gruppe wird laut Renova-Sprecher Markus Blume bis auf weiteres fortgeführt. Daher werden die beiden Oerlikon-Hauptaktionäre eine gemeinsame Beteiligung von gut 51% am Technologiekonzern melden, separate Angaben zu ihren Beteiligungen dagegen publizieren sie nicht.

Ein lohnendes Investment

Für Pecik hat sich das Investment jedenfalls gelohnt: Als er mit Victory im Februar 2005 bei der damaligen Unaxis einstieg, wurde eine Aktie für 130 Fr. gehandelt. Als Victory drei Monate später eine Beteiligung in Aktien von gut 55% meldete, notierten die Valoren bei 180 Fr. Für die Aktien, die Pecik jetzt an Vekselberg veräussert hat, dürfte er vor gut drei Jahren also weniger als die Hälfte bezahlt haben. Die verbleibenden 12,2%, die Victory noch an Oerlikon hält, hat am Markt heute einen Wert von knapp 640 Mio Fr.

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Involvierte Kreise gehen davon aus, dass Victory mittelfristig ihre Oerlikon-Beteiligung «deutlich unter 10% reduzieren und die Aktien ebenfalls an Renova veräussern wird». «Schnellschüsse gibt es aber nicht», heisst es weiter.

Mögliches Datum für einen solchen Schritt könnte die nächste Oerlikon-GV im Frühjahr 2009 sein. Dann würde Renova wohl auch einen Ersatz für das amtierende VR-Mitglied Hanno Bästlein präsentieren: Zwar gilt Bästlein offiziell als unabhängiger Vertreter, doch geniesst er das Vertrauen von Victory: Die Wiener haben Bästlein bei seiner Wahl in den Oerlikon-VR 2007 portiert. Renova-Sprecher Blume enthält sich einer Stellungnahme mit dem Hinweis, Gerüchte würden nicht kommentiert.

Auf Wiederhören

Welchen Weg Victory und Renova auch beschreiten: Vekselberg kontrolliert jetzt neben Sulzer auch Oerlikon. Beim Industriezulieferer Sulzer ist Renova im Frühjahr 2007 gemeinsam mit Victory eingestiegen, hat den Wienern aber nur wenige Monate später ihren Anteil abgekauft und ist nun der dominierende Minderheitsaktionär.Wie Victory die freien Mittel jetzt einzusetzen gedenkt, bleibt offen. Auf jeden Fall «werde man schon bald wieder von sich hören lassen», liess Peciks Geschäftspartner und ehemaliger Oerlikon-VRPräsident, Georg Stumpf, am Rande der vergangenen GV im kleinen Kreis verlauten.