Die Pensionskassen legen immer mehr Gelder in alternative Anlagen an: Hatten sich die entsprechenden Investitionen Ende 2004 noch auf insgesamt 13,4 Mrd Fr. belaufen, so betrugen sie ein Jahr später bereits 19,8 Mrd Fr., was einer Zunahme von 47,8% entspricht. Die Statistik weist für Anlagen in Private Equity eine Steigerung um 48,3% aus, für Hedge- Fonds eine solche von 36,7%.

Der Anteil von alternativen Anlagen am gesamten Vorsorgevermögen der Pensionskassen stieg von 2004 bis 2005 von 2,8 auf
3,7%, was die Analysten vom Bundesamt für Statistik mit der verstärkten «Suche nach Optimierungsmöglichkeiten innerhalb der Investitionsstrategie» erklären. Die rechtlichen Voraussetzungen dafür sind im April 2000 mit einer Anpassung der Anlageverordnung geschaffen worden.

Genügend Transparenz

Diese Entwicklung, die auf öffentlich- und privatrechtliche Vorsorgeeinrichtungen gleichermassen zutrifft, stösst bei linken Pensionskassenexperten auf Kritik. So schreibt SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner in einer Interpellation, eine Investition von Pensionskassenvermögen in alternative Anlagen sei nicht erwünscht und müsse deshalb begrenzt oder verhindert werden. Rechsteiner: «Hedge-Fonds und ähnliche spekulative Anlageformen stellen heute das grösste Risikopotenzial auf den Finanzmärkten dar.»
Pensionskassengelder dürften nur mit langfristiger Perspektive angelegt werden, was bei Hedge-Fonds nicht gegeben sei, sagt Rechsteiner. Er befürchtet auch, die meisten Verwalter und Geschäftsführer der rund 2900 Vorsorgeeinrichtungen seien bei der Beurteilung der Risiken «schlicht überfordert».
In seiner Antwort versucht der Bundesrat, die Bedenken Rechsteiners auszuräumen. Die geltenden rechtlichen Vorschriften würden genügend Transparenz schaffen, wenn sich eine Pensionskasse dazu entschliesse, einen Teil ihres Vermögens in Hedge- Fonds oder Private Equity anzulegen, schreibt der Bundesrat.
Den Behörden scheint es jedoch bei der ganzen Angelegenheit doch nicht so wohl zu sein. Ein Spezialausschuss der Eidgenössischen Kommission für berufliche Vorsorge (BVG-Kommission) ist nämlich zurzeit daran, die Bestimmungen über die Anlagerestriktionen zu überarbeiten. Ein erster Vorschlag geht noch diesen Herbst an die BVG-Kommission. Hier werde sich zeigen, ob alternative Anlagen «spezifischer» zu regeln seien.

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