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Pensionskassen weisen nicht alle Kosten aus

Von 100 Franken Vermögen in der 2. Säule werden im Schnitt 56 Rappen für die Vermögensverwaltung aufgewendet. In den Statistiken war bisher aber nur etwa ein Viertel dieser Kosten sichtbar.

Veröffentlicht am 30.05.2011

Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) hat ergeben: Die Pensionskassen weisen nur einen kleinen Anteil ihrer Verwaltungskosten aus.  Hintergrund der Studie bildet eine Kontroverse um die Kosten der 2. Säule und die mangelnde Transparenz bei der Vermögensverwaltung.

Die Studie "Vermögensverwaltungskosten in der 2. Säule", die die St. Galler Beratungsfirma c-alm AG anhand von Erhebungen bei 73 Vorsorgeeinrichtungen erstellt hat, rechnet die Ergebnisse auf alle Kassen hoch.

Laut der Studie schwankt der Anteil der Vermögensverwaltungskosten am jeweiligen Kapital von Kasse zu Kasse zwischen 0,15 bis 1,86 Prozent. Im Schnitt liegt er bei 0,56 Prozent, was bei einem gesamten Vorsorgevermögen von 698 Milliarden Franken einen Betrag von rund 3,9 Milliarden Franken ausmacht.

Ausgewiesene und nicht ausgewiesene Kosten

Ausgewiesen in den Pensionskassen-Buchhaltungen und in den Statistiken sind aber nur etwa ein Viertel der effektiven Kosten - nämlich der Aufwand für Verwaltung, Marketing und Werbung sowie für die Vermögensverwaltung und die Kosten, die den Kassen dafür in Rechnung gestellt werden.

Nicht sichtbar sind dagegen jene Kosten, die den Pensionskassen nicht direkt in Rechnung gestellt werden. Das sind hauptsächlich Gebühren von kollektiven Anlagegefässen (etwa Fonds).

Kostendisziplin zahlt sich aus

Je höher die Kosten für die Vermögensanlage waren, desto tiefer waren die Nettorenditen. Zusätzlicher Aufwand für die Vermögensverwaltung zahlte sich in der Regel also nicht aus, Kostendisziplin dagegen schon. Sie nütze unmittelbar den Versicherten, stellt die Studie fest.

Es sei im Interesse der Kassen, die bislang nicht sichtbaren Kosten zum Vorschein zu bringen. Sie könnten ihren Spielraum besser nutzen und den Wettbewerb besser spielen lassen.

Neue gesetzliche Vorschriften sind laut BSV nicht notwendig. Allenfalls könnte die Oberaufsichtskommission mit methodischen Vorgaben zur Verbesserung der Transparenz beitragen.

(laf/tno/sda)

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