Das ständige Auf und Ab an den Aktienmärkten macht es für die Fondsmanager nicht leicht: Im volatilen Börsenumfeld eine gute Performance zu erzielen, gelingt nur noch einer kleinen Minderheit. Mit Plain- Vanilla-Produkten sind die Index-Benchmarks kaum zu schlagen.

Die allgemeine Verunsicherung in der Anlegerschaft lässt sich auch den Statistiken entnehmen. Seit Monaten werden Mittel aus den Aktienfonds und Anlagestrategiefonds zurückgezogen. Dafür ziehen die Geldmarktfonds im grossen Stil die Vermögenswerte an. Marktkenner sehen darin einen klaren Trend: Die Anleger «parkieren» kurzfristig ihre Gelder, weil sie keine attraktiven Alternativen erkennen. Dieses Wechselbad der Gefühle wird sich kaum rasch verflüchtigen. Die Finanzkrise, ausgelöst durch die amerikanischen Ramschhypotheken, ist noch lange nicht ausgestanden. In den USA muss die gedrückte Stimmung kehren, damit die globalen Kapitalmärkte wieder Tritt fassen. Die US-Notenbank hat die Zinsen soweit abgesenkt, dass nach unten kaum mehr ein Spielraum bleibt. Damit ist vorerst die Aussicht auf einen neuen Präsidenten in Washington das einzige positive Signal.Zwar weisen jetzt viele Analysten auf die guten Chancen in den Schwellenländern hin, die sich zu einem guten Teil von den Märkten in den industrialisierten Nationen, allen voran den USA, abgekoppelt hätten. Der Beweis für diese Theorie ist allerdings noch nicht angetreten. Ob in China, Indien, Russland oder Brasilien, überall spielt die amerikanische Volkswirtschaft als Anbieter oder Abnehmer von Produkten und Dienstleistungen eine entscheidende Rolle. Diese Abhängigkeit wird derart schnell nicht verschwinden. Für die Fondsbranche sind die USA weiterhin der wichtigste Testmarkt. Das zeigt sich auch an neuen Produkten, die ihren Ausgangspunkt meistens in Übersee haben. Gerade die Hedge-Fonds verschmelzen immer mehr mit den klassischen Anlagefonds. Viele Manager versuchen bei den stark schwankenden Notierungen ihr Heil auch in Long/Short-Strategien. Diese alternativen Anlagen sind für die Investoren allerdings nicht billig. Die Research-Firma Lipper hat für die aktiv gemanagten Anlagefonds innerhalb von fünf Jahren einen deutlichen Anstieg bei der Total-Expense-Ratio (TER) ermittelt. Wollen sie gegenüber der passiven Anlagestrategie mit Exchange Traded Funds (ETF) punkten, muss die Rendite deutlich über dem Referenz- index liegen. Die Gebühren werden bei sinkenden Aktienkursen wieder wichtiger.