Der Genfer Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) dürften nach der Übernahme des internationalen Privatkundengeschäfts von Coutts zwischen 19 und 22 Milliarden Franken zusätzliche Kundengelder zufliessen. Das sagte UBP-Chef Guy de Picciotto gegenüber dem Branchenportal Finews.ch.

Insgesamt belaufen sich die Kundengelder bei Coutts auf 32 Milliarden Franken. Er gehe davon aus, dass die UBP davon rund 60 bis 70 Prozent übernehme werde, sagte de Picciotto.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Kaufpreis bleibt unbekannt

Ende März hatte die UBP das internationale Private Banking-Geschäft von Coutts von deren Muttergesellschaft Royal Bank of Scottland (RBS) übernommen. Der Kaufpreis ist noch nicht öffentlich bekannt.

In den Medien wurden Summen um eine Milliarde Franken herumgereicht. Wie de Picciotto im Interview präzisierte, bezahlt die UBP die Schotten aber nur für die Übernahme derjenigen Vermögen, die auch effektiv übernommen werden.

Weitere Personalabgänge

Obwohl im Zuge des langwierigen Übernahmeprozesses bereits mehrere Mitarbeiter Coutts verlassen hatten, rechnet de Picciotto mit weiteren Abgängen. Die RBS habe mit dem internationalen Geschäft von Coutts notorisch Geld verloren. «Wir wollen mit diesen Vermögen etwas verdienen, und dies führt leider über gewisse Personalabgänge», erklärte der Banker.

Zum Umfang des Personalabbaus mochte sich der Bankchef indes noch nicht äussern. Die UBP werde am 25. Juni über die geplante Struktur informieren. Danach werde es in den einzelnen Abteilungen zu den entsprechenden Verpflichtungen und Abgängen kommen.

Marschhalt bei Zukäufen

Die Übernahme von Coutts werde die Bank sicherlich noch zwei Jahre beschäftigen. «Ian Cramb, der bei uns für die Integration zuständig ist, habe ich versprochen, dass wir in den nächsten zwei Jahren keine weiteren Akquisitionen tätigen. Und mein Wort möchte ich halten», sagte de Picciotto.

(sda/ise/ama)