Manpower Schweiz hat im 1. Semester 2005 um 23% zugelegt», sagt Charles Bélaz, Direktor von Manpower Schweiz, dem zweitgrössten Schweizer Personalvermittler. Die Arbeitgeber zögerten noch mit Festeinstellungen, doch die Temporäreinstellungen legten deutlich zu. «Das ist typisch für den Anfang eines positiven Zyklus», führt Bélaz aus. Es gebe genügend Projekte und Aufträge, aber es herrsche noch Vorsicht bei den Neuanstellungen. Er rechne mit einem Umsatzplus von rund 20% für das laufende Jahr. Zudem werde er heuer weiteres Personal einstellen ­ bisher gab es 15 neue Arbeitsplätze.

Adecco Schweiz trumpft auf

Auch bei der Nummer eins im Personalgeschäft, Adecco, erfordert das florierende Geschäft Neueinstellungen, wie Michael Agoras, CEO von Adecco Schweiz erklärt. Der Personalbestand stieg innert Jahresfrist um 30 auf 450 Personen. Im Gegensatz zum Adecco-Konzern, der im 2. Quartal die Erwartungen enttäuschte, übertraf die Schweizer Tochter mit einem organischen Umsatzwachstum von 22% auf 250 Mio Fr. sämtliche Erwartungen. Auch der Betriebsgewinn (Ebita) stieg um 60%. Agoras rechnet für das gesamte Jahr mit einem deutlich zweistelligen Umsatzwachstum.

Sehr positive Aussichten

Obwohl am Arbeitsmarkt keine Euphorie herrscht und die Arbeitslosenzahlen auf hohem Niveau stagnieren, weisen auch Randstad, Vedior und Kelly Services Schweiz deutliche Nachfragesteigerungen aus. Die Konzerne, die sich als Nummer drei im Schweizer Stellenmarkt bezeichnen, legten im 1. Halbjahr ebenfalls mehr als 20% zu bzw. über 18% im Fall von Kelly Services.

«Der erhöhte Bedarf an Temporärarbeit kommt vor allem aus den Sektoren Industrie-Technik, Office und Finanzen, Hotel,Restaurants und Catering sowie von Callcentren», sagt Randstad-Marketing-Managerin Denise Sonderegger. Im 2. Semester erwarte sie eine beschleunigte Entwicklung und für das ganze Jahr ein Umsatzwachstum von 25%.

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Ähnlich lautet die Prognose bei Vedior: «Wir rechnen damit, dass wir Ende Jahr eine Umsatzsteigerung von über 20% gegenüber dem Vorjahr verzeichnen werden. Die Steigerung hat sich im Juli und August noch akzentuiert», erklärt der CEO von Vedior Schweiz, Martin Ziegler.

Keine Angst vor teurem Öl

Der Optimismus beim Ausblick ist bei allen Befragten so deutlich, dass es sich kaum um Zweckoptimismus handeln kann.

Die Worte von Vedior-Chef Ziegler: «Die wirtschaftlichen Aussichten sind für die 2. Jahreshälfte grundsätzlich positiver als im 1. Halbjahr, auch wenn der Ölpreis sich in Zukunft negativ auf die Wirtschaft auswirken könnte.» Er sei, was die Temporärarbeit angeht, für die nächsten Monate sehr zuversichtlich.

Bereits im 1. Semester resultierte für Vedior Schweiz ein Umsatzplus von über 20%. Ziegler begründet: «Die eigenen Personal-Ressourcen der Unternehmen sind aufgrund der nach wie vor zurückhaltenden Anstellungspraxis am Limit. Die Spitzen werden mit Temporär-Mitarbeitern abgedeckt.»

Zusammen addiert schufen die Personalfirmen seit Jahresbeginn 100 neue Festanstellungen. Weitere Branchen dürften bald nachziehen.

(in Mio Euro)1. HJ1.HJ
2005 2004%

Umsatz 862680806.8
Ebita 26517353.2
Bruttomarge (in %) 16.716.7­
Reingewinn 16312530.4
Beschäftigte 32800300009.3

Fazit

Adecco enttäuschte erneut die Erwartungen. Die Bruttomarge ist im 2. Quartal gesunken. Auch wurden die Margenziele für 2005 reduziert. Die Aktie ist nahe ihrem Sechsjahrestief. Wegen den verhaltenen Prognosen ist die Aktie was für Nervenstarke.