Der von einem Korruptionsskandal betroffene brasilianische Ölkonzern Petrobras ist tief in die roten Zahlen gerutscht. Das staatlich kontrollierte Unternehmen verbuchte nach Angaben vom Mittwochabend (Ortszeit) im Jahr 2014 ein Minus von 21,6 Milliarden Reais (umgerechnet 6,7 Milliarden Euro). Davon seien 6,2 Milliarden Reais (1,9 Milliarden Euro) Verlust im Zuge der Korruptionsaffäre entstanden. Daneben lasteten die niedrigen Öl- und Gaspreise sowie die gesunkene Nachfrage nach Petrochemie-Produkten auf der Bilanz. Petrobras hatte 2013 noch einen Gewinn von 23,6 Milliarden Reais (7,3 Milliarden Euro) erzielt.

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Das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) hatte sich geweigert, eine erste Fassung der Bilanz zu Jahresbeginn gutzuheissen, weil in dieser die durch illegale Zahlungen verursachten Verluste nicht korrekt verbucht worden waren.

Schmiergeld-Skandal auch in der Schweiz

Petrobras und andere Konzerne stehen seit Monaten im Fadenkreuz von Staatsanwaltschaft und Polizei. Es geht um Korruptionsvorwürfe in Milliardenhöhe, bei denen Firmen jahrelang im Gegenzug für Petrobras-Aufträge Schmiergelder gezahlt haben sollen, die zum Teil auch an Parteien flossen. Der Wert der Petrobras-Aktien war 2014 um 37 Prozent gefallen.

Der Schmiergeld-Skandal zieht auch hierzulande weite Kreise. Neben kleineren Instituten sind auch die grossen Banken UBS, Credit Suisse, Julius Bär und Deutsche Bank in den Petrobras-Fall involviert, wie die Dokumente der brasilianischen Staatsanwaltschaft und Protokolle der Bundespolizei zeigen. So flossen dutzende Millionen Dollar an mutmasslichen Bestechungsgeldern über Offshore-Konten bei den genannten Banken. UBS, Credit Suisse, Julius Bär und Deutsche Bank nehmen zum Sachverhalt nicht Stellung.

(awp/moh)