Peugeot-Citroën streicht 6000 Stellen in Europa. Das berichtete der Nachrichtensender France Info nach einer Sitzung des Betriebsrates. Damit werde der kürzlich vorgestellte Plan präzisiert, mit der französische Autohersteller 800 Millionen Euro sparen will.

Vor allem würden Posten in der Forschung und Entwicklung gestrichen. Allerdings werde kein neues Modell im Jahre 2012 wegfallen.

«Wir haben uns für eine Art von Elektroschock in Forschung und Entwicklung entschieden, denn wir müssen die Organisation vereinfachen und die Autos auf andere Weise entwicklen», sagte ein Firmensprecher.

Operativer Verlust «nahe der Gewinnschwelle»erwartet

In Frankreich würden 1900 feste Posten wegfallen, davon 1000 in der Produktion, 500 in Forschung und Entwicklung und 400 in anderen Firmenteilen, berichtete der Sender weiter. Es werde weder Entlassungen geben noch Abfindungen für ein Ausscheiden, sondern Abgänge in die Rente und Versetzungen.

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Ausserdem würden 2500 Stellen bei Leiharbeitsfirmen wegfallen, davon 1600 in Frankreich in der Forschung und Entwicklung sowie einige hundert in der Informatik.

Ende Oktober hatte Peugeot-Citroën berichtet, im dritten Quartal sei der Auto-Umsatz um 1,6 Prozent auf 9,31 Milliarden Euro zurückgegangen. Für das Gesamtjahr könnte ein operativer Verlust «nahe der Gewinnschwelle» drohen.

Société Générale streicht in Frankreich

Im Zuge ihres Sparplans streicht auch die französische Grossbank Société Générale Hunderte Stellen in Frankreich. Die genaue Zahl sei noch nicht bekannt, teilte die Gewerkschaft CGT in Paris nach einem Gespräch mit Bankchef Frédéric Oudéa mit.

Betroffen sei die Finanzierungs- und Investmentbank BFI. Es solle auch Einsparungen bei den Löhnen geben. Die Bank hat weltweit 160'000 Angestellte, davon 40'000 in Frankreich. Die BFI hat 5000 Arbeitnehmer in Frankreich und 7000 im Ausland.

Durch die Schuldenkrise in Griechenland und in anderen Euro-Ländern ist die Société Générale schwer unter Druck geraten. Im September stufte die Ratingagentur Moody's die Bank von Aa2 auf Aa3 herab, kurz zuvor hatte die Société Générale ihren Sparplan verkündet.

Anfang November gab die Grossbank für das dritte Quartal einen Gewinneinbruch um 30 Prozent auf 622 Millionen Euro bekannt.

(tno/sda)