Die Hängepartie um die Zukunft des angeschlagenen Autobauers PSA Peugeot Citroen zieht sich weiter in die Länge. Wie die französische Zeitung «Les Echos» im Internet unter Berufung auf anonyme Quellen schreibt, hat die Familie Peugeot zwar grünes Licht für weitere Verhandlungen über einen Einstieg des chinesischen Partner Dongfeng gegeben. Doch hakten diese derzeit beim Thema Geld.

Eine Einigung sei nicht in Sicht, hiess es. Mit dem Autobauer betreibt Peugeot in China drei Fabriken. Gleichzeitig machen neue Spekulationen über eine noch kräftigere Kapitalerhöhung die Runde, die den Aktienkurs nach unten trieben. Die französische Zeitung «Le Monde» hatte ohne nähere Quellenangabe gemeldet, der Konzern könne neue Aktien im Wert von vier Milliarden Euro ausgeben. Zuvor war über rund drei Milliarden Euro spekuliert worden. Peugeot-Papiere verloren daraufhin 4,8 Prozent.

Unter dem neuen Szenario könnten Dongfeng und der französische Staat sich mit je 30 Prozent am dem Konzern beteiligten, bislang waren Beteiligungen von jeweils 20 Prozent im Gespräch gewesen. Derzeit ist der Konzern an der Börse gut 3,5 Milliarden Euro wert.

Drei Milliarden Euro verbrannt

Eine milliardenschwere Kapitalerhöhung gepaart mit einem Einstieg des zweitgrössten chinesischen Herstellers gilt als eine Möglichkeit, wie der Konzern an dringend benötigtes Kapital kommen könnte. Auch der französische Staat könnte sich beteiligen. Dabei würde die Familie Peugeot, die derzeit 38 Prozent der Stimmrechte hält, deutlich an Einfluss verlieren.

Europas zweitgrösster Autobauer ist von der Krise auf dem Heimatkontinent hart getroffen worden und steckt tief in den roten Zahlen. 2012 verbrannte der Konzern drei Milliarden Euro, in diesem Jahr soll es noch halb so viel sein. Dazu macht Peugeot ein Werk bei Paris dicht und streicht 11'200 Stellen.

Neben dem Doppel-Einstieg gelten aber auch zwei Verkaufsszenarien als Option: So könnte Peugeot nach unbestätigten Meldungen die Hälfte seiner Autobank an die spanische Bank Santander verkaufen. Als möglicher Preis wurden zuletzt 1,5 Milliarden Euro genannt. Ausserdem gibt es Berichte über einen Teilverkauf des profitablen Zulieferers Faurecia, an dem Peugeot 57 Prozent hält. Dieser Schritt könnte allerdings das Rating der Franzosen weiter belasten, um das es ohnehin nicht zum Besten steht.

(awp/muv)

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